Die Welt der Giftkräuter und Giftpflanzen für Meerschweinchen

Die Welt der Giftkräuter und Giftpflanzen für Meerschweinchen

Unter den Heilkräutern verbirgen sich ähnliche Giftkräuter und Giftpflanzen. Wenn man sich nicht sicher ist, lieber nicht füttern!

Schädlich und giftig!

Inhaltsverzeichnis

Prinzessin Freya Sinclair Girnigoe
Prinzessin Freya Sinclair Girnigoe präsentiert

Diese Pflanzen niemals verfüttern, da sie zu schweren Vergiftungen oder Organschäden (Leber, Nieren) führen können. Ich habe die Giftkräuter noch um Giftpflanzen erweitert.

1. A-Z: Hochgradig giftig / Tödlich 

Nachtschattengewächse

Die meisten Nachtschattengewächse enthalten natürliche Giftstoffe wie Alkaloide. Die Solanaceae sind nicht nur Freunde der Küche, sondern auch Meister der Giftmischung.

In kleinen, genau dosierten Mengen können sie medizinisch wertvoll sein – etwa als schmerzlindernde oder krampflösende Mittel. Doch die Grenze zwischen Heilung und Vergiftung ist hier besonders schmal.

Ob eine Pflanze gefährlich ist, hängt vom Reifegrad und dem Pflanzenteil ab.

Quelle: einrichtungsbeispiele.de/artikel/nachtschattengewaechse

💀Aronstab (Arum)

Im Sommer trägt der Aronstab auffällige, rote Beeren, die für Tiere im Garten eine große Gefahr darstellen.

  • Das Gift: Die Pflanze enthält scharfe Calciumoxalat-Kristalle (Scharfstoffe) und lösliche Oxalate
  • Die Wirkung: Führt zu massiven Reizungen und Schwellungen der Schleimhäute im Maul und Rachen, was die Atmung schwer beeinträchtigt und zu Lähmungen führen kann. Das Knabbern führt zu sofortigem, extremem Brennen im Maul, starkem Speichelfluss und Schleimhautschwellungen.

💀Bilsenkraut (Hyoscyamus niger)

Das Bilsenkraut zählt wie Tollkirsche und der Stechapfel zu den Nachtschattengewächsen.

  • Das Gift: Enthält die gleichen Tropanalkaloide (Scopolamin, Hyoscyamin).
  • Die Wirkung: Es blockiert das Nervensystem, führt zu Herzrasen, dem völligen Stillstand der Verdauung und Atemlähmung.

💀Blauregen (Wisteria)

Der Blauregen ist eine der gefährlichsten Garten-Kletterpflanzen.

  • Das Gift: Der Blauregen enthält eine Kombination aus schädlichen Alkaloiden, dem Harzstoff Wisterin und hochgiftigen Lektinen. An der Pflanze ist alles giftig – Wurzeln, Rinde, Blätter und Blüten. Die höchste Konzentration an Gift steckt jedoch in den Samen und den Bohnenhülsen, die sich im Spätsommer und Herbst bilden.
  • Die Wirkung: Bei Meerschweinchen sind schwerste Vergiftungen und Todesfälle durch diese Pflanze dokumentiert. Bereits das Knabbern an Rinde oder Blättern führt zu heftigem Speichelfluss, Erbrechen, schweren Magen-Darm-Krämpfen, blutigem Durchfall, Kreislaufkollaps und Herzbeben.
  • Vorsicht: Beim Auslauf im Garten oder wenn Zweige von Gartenarbeiten herumliegen, auf die weit fliegenden Samen achten!

💀Buchsbaum (Buxus Sempervirens) 

Der Buchsbaum ist hochgiftig für Meerschweinchen.

  • Das Gift: Die enthaltenen Alkaloide (vor allem Cyclobuxin D) schädigen das zentrale Nervensystem massiv. Der Tod tritt durch Lähmung der Atemmuskulatur und Herzstillstand ein.
  • Die Wirkung:  Bereits die Aufnahme kleinster Mengen kann innerhalb kürzester Zeit zum Herzstillstand führen.
  • Vorsicht: beim Auslauf im Garten oder wenn Zweige von Gartenarbeiten herumliegen! 

Bilder 1-4: Aronstab, Bilsenkraut, Blauregen und Buchsbaum

💀Christrose oder Schneerose (Helleborus niger)

Da die Christrose oder Schneerose im Winter blüht (wenn auf den Wiesen kaum etwas Grünes wächst), ist die Gefahr der Verwechslung nicht hoch.

  • Das Gift: Enthält herzwirksame Glykoside (Hellebrin) und Protoanemonin.
  • Die Wirkung: Verursacht extremen Speichelfluss, schweres Würgen, Durchfall, Lähmungen und Herzstillstand. 
  • Vorsicht: Gefahr bei freiem Gartenauslauf.

💀Eibengewächse (Taxus)

Eibengewächse sind hochgiftig für Meerschweinchen.

  • Das Gift: Das Gift Taxin lähmt den Herzmuskel der Tiere fast augenblicklich.
  • Die Wirkung: Der Tod tritt oft so schnell (innerhalb von Minuten) ein, dass vorher kaum Symptome sichtbar sind.
  • Wichtig: Bis auf den roten Samenmantel sind alle Teile (Nadeln, Rinde, Holz) hochgradig tödlich Eibe.

💀Goldregen (Laburnum)

Der Goldregen steht zu Recht auf der Liste der gefährlichsten Gehölze.

  • Das Gift: Das enthaltene Cytisin wirkt ähnlich wie Nikotin und führt zu schnellem Atemstillstand.
  • Die Wirkung: Nach dem Fressen zeigt das Meerschweinchen Vergiftungserscheinungen wie starkes Zittern, Krämpfe, Speichelfluss, Kreislaufprobleme, Muskelzucken und schwere Atemnot. Der Zustand verschlechtert sich rasch; je nach Menge kann der Tod schon nach kurzer Zeit durch eine Lähmung der Atemmuskulatur eintreten.

Bilder 5-7: Christrose, Eibengewächse und Goldregen

Die Rote Liste für Pflanzen

Die Rote Liste bei Pflanzen ist ein wissenschaftliches Verzeichnis, das den Gefährdungsgrad von heimischen Pflanzenarten, Unterarten und Varietäten erfasst. 

Fast ein Drittel der heimischen Wildpflanzen stehen in Deutschland auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

Quelle: nabu

💀EisenhutBlauer Eisenhut (Aconitum napellus)

Der Blaue Eisenhut ist die giftigste Pflanze Europas. Führt schon bei Hautkontakt oder minimalem Verzehr zum Herz- und Atemstillstand.

  • Das Gift: Aconitin stört die Natriumkanäle der Nervenzellen, was zunächst zu einer Übererregung und danach zu Lähmungen führt.
  • Die Wirkung: Starker Speichelfluss und Unruhe, Krämpfe und Muskelzittern, Durchfall, Herzrhythmusstörungen, aufsteigende Lähmungen (beginnend im Gesicht), Tod durch Atemlähmung oder Herzversagen.
Weitere Informationen zum: BLAUEN EISENHUT
💀Blauer Eisenhut

Blauer Eisenhut

Blauer Eisenhut gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).

Man findet die aufrecht wachsende, bis zu eineinhalb Meter hohe Staude wildwachsend auf subalpinen Hochstaudenfluren, am Ufer von Bächen und Flüssen, in Gebüschen und Grauerlenwäldern bis auf eine Höhe von 3.000 Metern.

Sie sind in den Gebirgen fast ganz Europas beheimatet, insbesondere in den Alpen und in den Karpaten.

  • Unter Naturschutz

Dort wild wachsende Exemplare des Blauen Eisenhutes stehen unter Naturschutz. Neben der Wildform mit ihren indigofarbenen Blüten gibt es Zuchtsorten mit grauweißer, rosa und anderer Farbe.

  • Als Giftpflanze
Blauer Eisenhut-Blatt
Blauer Eisenhut-Blatt
Blauer Eisenhut-Samen
Blauer Eisenhut-Samen

Bereits in der Antike erfreuten sie sich großer Beliebtheit, um Pfeilspitzen zu vergiften und unliebsame Zeitgenossen aus dem Weg zu räumen.

Der Tod tritt innerhalb weniger Stunden durch Kreislaufstillstand und Atemlähmung ein.

  • Als Heilpflanze

Der Einsatz als Heilpflanze spielt eine wichtige Rolle in den mittelalterlichen Kräuterbüchern und wurde bis in die Neuzeit als Mittel gegen Wundschmerzen eingesetzt. Heutzutage verwendet man ihn in der Naturheilkunde nicht mehr, da der Wirkstoffgehalt je nach Wetter und Standort stark schwankt und die Gifte äußerst potent sind.

Geblieben ist die Anwendung in der Homöopathie, wo man die Globuli bei rheumatischen Beschwerden, Ischias, Neuralgien und Erkältungskrankheiten einsetzt.

Quelle: www.naturadb.de/pflanzen/aconitum-napellus/

💀Eisenhut / Bunter Eisenhut (Aconitum variegatum)

Der Bunte Eisenhut enthält in allen Pflanzenteilen Talatisamin, ein Alkaloid, das dem Aconitin ähnelt. Dadurch dürfte die Pflanze ähnlich giftig wie der Blaue Eisenhut sein.

Eine Besonderheit bei Aconitum variegatum ist die Blütenknospe, die während ihrer Entwicklung mit einer wässrigen Flüssigkeit gefüllt ist. In diesem Miniaturgewässer (Phytotelm) leben für einige Tage Hefen.

  • Das Gift: Aconitin stört die Natriumkanäle der Nervenzellen, was zunächst zu einer Übererregung und danach zu Lähmungen führt.
  • Die Wirkung: Starker Speichelfluss und Unruhe, Krämpfe und Muskelzittern, Durchfall, Herzrhythmusstörungen, aufsteigende Lähmungen (beginnend im Gesicht), Tod durch Atemlähmung oder Herzversagen.

Weitere Informationen zum: BUNTEN EISENHUT
💀Bunter Eisenhut

Bunter EisenhutBunter Eisenhut (Aconitum) gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse. Die Gattung umfasst ausdauernde, krautige Pflanzen, die in Mitteleuropa heimisch sind. In der NaturaDB sind aktuell 10 Eisenhut-Arten erfasst.

Zu den bekanntesten gehören Blauer Eisenhut, Herbsteisenhut und Wolfs-Eisenhut. Je nach Art werden Aconitum-Pflanzen zwischen 80 cm und 1 m hoch. Die Blüten sind charakteristisch helmförmig und leuchten meist blau, violett oder gelb.

  • Das Vorkommen

Bunter Eisenhut kommt im Mittelgebirge bis Hochgebirge vor.

  • Rote Liste
Bunter Eisenhut-Blatt
Bunter Eisenhut-Blatt
Bunter Eisenhut-Samen
Bunter Eisenhut-Samen

Bunter Eisenhut ist laut Roter Liste auf der Vorwarnliste. Der Bunte Eisenhut ist eine Giftpflanze.

Er ist eine sommergrüne Staude mit einer Wuchshöhe zwischen 50 und 250 Zentimeter. Er bildet eine Pfahlwurzel aus und hat grünes Laub. Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Er hat violette Blüten.

  • Ökologische Bedeutung

Eisenhut-Arten sind besonders wertvoll für heimische Wildbienen, die ihre Blüten aktiv besuchen. Sie dienen außerdem als spezialisierte Futterpflanzen für bestimmte Insektenarten:

  • Die Eisenhut-Goldeule (ein Nachtfalter) legt ihre Raupen ausschließlich auf Eisenhut-Arten ab.

  • Die Eisenhut-Hummel ist auf Aconitum-Blüten spezialisiert und sammelt dort Nektar und Pollen.


Quelle: www.naturadb.de/pflanzen/aconitum-variegatum/

💀Eisenhut / Wolfs-Eisenhut (Aconitum lycoctonum subsp. vulparia)

Der Wolfs-Eisenhut ist wie alle Aconitum-Arten durch den Gehalt an Alkaloiden sehr giftig.

  • Das Gift: Im Gegensatz zu vielen anderen Arten der Pflanzengattung produziert Aconitum vulparia kein Aconitin. Dafür ist auch hier eine ganze Reihe von neurotoxischen Alkaloiden vorhanden.
  • Die Wirkung: Starkes Erbrechen und Durchfall, Schweißausbrüche und Blutdruckabfall, heftige Krämpfe und Schmerzen. Herzrhythmusstörungen, Tod durch Atemlähmung oder Herzversagen.
Weitere Informationen zum: WOLFS-EISENHUT
💀Wolfs-Eisenhut

Wolfs-EisenhutBei uns wächst er nur sehr selten wild in staudenreichen Auenwäldern und -gebüschen, vor allem aber in den subalpinen Hochlagen in Schluchtwäldern, feuchten Laubmischwäldern und Hochstaudengebüschen der Alpen und Voralpen.

  • Das Aussehen
Wolfs-Eisenhut-Blatt
Wolfs-Eisenhut-Blatt
Wolfs-Eisenhut-Samen
Wolfs-Eisenhut-Samen

Die ausdauernden aufrechten Stauden werden bis zu 1,20 Meter hoch und haben ein faseriges Rhizom. Große gelbe helmartige Blüten in abgesetzten Rispen.

  • Die Giftpflanze

Die toxischen Eigenschaften waren bereits in der Antike bekannt. Der Artname des Wolfs-Eisenhutes deutet auf seine frühere Verwendung als Giftköder für Wölfe und Füchse hin

Im Gegensatz zu seinen Verwandten enthält diese Art kein Aconitin. Dafür ist auch hier eine ganze Reihe von neurotoxischen Alkaloiden vorhanden, die beim Verzehr zu Krämpfen und Lähmungen bis hin zum Tod durch Atemlähmung und Kreislaufstillstand führen.

Quelle: www.naturadb.de/pflanzen/aconitum-lycoctonum/

Bilder 8-10: Blauer Eisenhut, Bunter Eisenhut und Wolfs-Eisenhut

Die Giftpflanze des Jahres

Die Giftpflanze des Jahres wird seit 2005 jedes Jahr vom Botanischen Sondergarten in Hamburg-Wandsbek präsentiert. Sie wird in öffentlicher Abstimmung gewählt.

Der Aufruf zur ersten Wahl erfolgte im November 2004.

Pflanzen, die zur Giftpflanze des Jahres gewählt wurden, werden für ein Jahr besonders vorgestellt. 

Auf einer Vorschlagsliste stehen Pflanzen mit Giftwirkung zur Auswahl. Jedermann kann zusätzliche Kandidaten vorschlagen.

Die meistgenannten Vorschläge werden ab dem 1. Juni eines jeden Jahres zur Wahl nominiert.

Quelle: Wikipedia

💀Fingerhut / Roter Fingerhut (Digitalis purpurea)

Der Rote Fingerhut ist Heil- und Giftpflanze zugleich. Der Rote Fingerhut wurde zur Giftpflanze des Jahres 2007 gewählt.

  • Das Gift: Enthält Herzglykoside.
  • Die Wirkung: Diese wirken direkt auf das Herz-Kreislauf-System und führen zu schweren Rhythmusstörungen, Krämpfen und Herzversagen.
Weitere Informationen zum: ROTEN FINGERHUT
💀Roter Fingerhut

Roter Fingerhut

Roter Fingerhut gehört zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Er ist in Europa häufig auf Kahlschlägen und Lichtungen vor allem von Buchenwäldern, auf Brandflächen oder am Wegesrand zu finden und bildet meist größere Gesellschaften.

  • Die Staude

Es handelt sich dabei um eine zweijährige krautige Staude, die einer tiefreichenden Pfahlwurzel entspringt und im ersten Jahr eine grundständige Blattrosette, im zweiten Jahr den bis zu 1,5 Meter hohen Stängel mit der Blütentraube ausbildet.

In der Rosette werden die lang gestielten Blätter bis zu 20 Zentimeter lang, am Stängel bleiben sie deutlich kleiner.

  • Die Früchte

Als Früchte bildet der Rote Fingerhut eiförmige Kapseln, die sich mit fünf Klappen öffnen und die einen halben Millimeter großen Samen freisetzen.

Roter Fingerhut-Blatt

Roter Fingerhut-Samen

  • Die Bestäubung

Die Bestäubung erfolgt daher fast ausschließlich durch die kräftigen Hummeln (Bombus spec.). Sie kriechen in die Röhren hinein und werden dabei mit Pollen bepudert. Mit rund sechs Tagen Blütezeit sind die Blüten recht langlebig.

Pollen sammelt auch die Wildbiene Große Wollbiene (Anthidium manicatum).

  • Als Raupen-Futter

Mehrere Schmetterlinge nutzen den Roten Fingerhut ungeachtet seines Giftstoffgehaltes als Raupenfutter: der Rotfinger-Blütenspanner (Eupithecia pulchellata), Hochstaudenflor-Blütenspanner (Eupithecia subfuscata), der Rotgebändeter Blütenspanner (Gymnoscelis rufifasciata) und die Gelbfleck-Waldschatteneule (Euplexia lucipara).

  • Die Heilpflanze

Er ist eine alte Heilpflanze, die erst in der Neuzeit Eingang in die Gärten und Naturheilkunde fand. Erst im 18. Jahrhundert stellte man fest, dass die Einnahme kleiner Mengen die Herztätigkeit steigert und die Herzfrequenz herabsetzt. Der Effekt beruht auf Digitaloiden, herzwirksamen Glykosiden wie Digitoxin und Digoxin.

Quelle: www.naturadb.de/pflanzen/digitalis-purpurea/

💀Fingerhut / Großblütiger Fingerhut (Digitalis grandiflora)

 Der Großblütige Fingerhut  ist Heil- und Giftpflanze zugleich. 

  • Das Gift: Enthält Herzglykoside. Die Pflanze ist in allen Teilen durch Cardenolide giftig. 
  • Die Wirkung: Diese wirken direkt auf das Herz-Kreislauf-System und führen zu schweren Rhythmusstörungen, Krämpfen und Herzversagen.
Weitere Informationen zum: GROSSBLÜTIGEN FINGERHUT
💀Großblütiger Fingerhut

Großblütiger FingerhutDer Großblütige Fingerhut ist ein naher Verwandter des besser bekannten Roten Fingerhutes, in der freien Natur allerdings nicht ganz so häufig anzutreffen; das Mitglied aus der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) wächst jedoch an ähnlichen Stellen: auf Waldlichtungen und an Waldrändern, auf sonnenbeschienen felsigen Hängen, im Gebirge in den grasreichen Staudenfluren Südeuropas und Asiens. In den Alpen steigt er bis in Höhe von über 2000 Metern.

  • Die Verwandschaft

Bei aller Ähnlichkeit mit dem häufigeren Verwandten lässt er sich gut durch die unverkennbare Farbe und größeren Blüten unterscheiden. Im Vergleich ist der Großblütige Fingerhut deutlich langlebiger. 

  • Die Staude
Großblütiger Fingerhut-Blatt
Großblütiger Fingerhut-Blatt
Großblütiger Fingerhut-Samen
Großblütiger Fingerhut-Samen

Die mehrjährigen Stauden können mit ihren straff aufrechten, beblätterten Stängeln und den endständigen traubigen, zwanzig und mehr Blüten enthaltenen Blütenständen eine Höhe von etwas über einem Meter erreichen;  alle Blüten zeigen in die gleiche Richtung (was auch für die Exemplare in der Nachbarschaft gilt).

  • Die Blüten

Die typischen Fingerhutblüten sind nickend und glockenförmig mit kurzen breiten Spitzen, im Inneren mit einer netzartig-fleckigen braunen Zeichnung, hier blassgelb und 2-4,5 Zentimeter lang. Aus ihnen entwickeln sich ovale, dicht behaarte und spitz geschnäbelte Kapseln, die sich längs öffnen und aus ihren beiden Kammern die zahlreichen kleinen schwarzen Samen entlassen.

  • Die Bestäubung

Bestäubt werden die großen glockigen Blüten vor allem von Hummeln und auch von Wildbienen. Daneben ist auch eine Selbstbestäubung möglich, wenn die tierischen Helfer ausbleiben. Die netzartige braune Zeichnung im Inneren der Blüten soll vermutlich den Bestäubern den Weg weisen.

  • Die Heilpflanze

Die ebenso dekorativen wie giftigen Wildarten waren schon früh als Zier- und Heilpflanzen bekannt.

Quelle: www.naturadb.de/pflanzen/digitalis-grandiflora/

Quelle: www.mein-schoener-garten.de/pflanzen/fingerhut/grossbluetiger-fingerhut

💀Fingerhut / Gelber Fingerhut (Digitalis lutea)

Der Gelbe Fingerhut  ist Heil- und Giftpflanze zugleich. 

  • Das Gift: Enthält Herzglykoside. Die Pflanze ist in allen Teilen durch Cardenolide giftig. 
  • Die Wirkung: Diese wirken direkt auf das Herz-Kreislauf-System und führen zu schweren Rhythmusstörungen, Krämpfen und Herzversagen.
Weitere Informationen zum: GELBEN FINGERHUT
💀Gelber Fingerhut

Gelber Fingerhut

Gelber Fingerhut (Digitalis lutea) ist der zierlichere Verwandte des bekannten Roten Fingerhutes und gehört wie dieser zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). In der freien Natur findet man die zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanze nur selten auf Waldlichtungen und an Waldwegen von hellen und warmen Eichen- und Buchenwäldern.

  • Besonders geschützt

Der Gelbe Fingerhut ist so selten geworden, dass er in Deutschland als besonders geschützt gilt.

  • Die Blüte
Gelber Fingerhut-Blatt
Gelber Fingerhut-Blatt
Gelber Fingerhut-Samen
Gelber Fingerhut-Samen

Als Blütenstände bildet der Gelbe Fingerhut erst ab dem zweiten Jahr langgezogene endständige und einseitswendige Trauben mit dichtstehenden, hängenden fingerhutartigen Blüten, von denen einige in die Gegenrichtung zeigen.

Erst gegen Ende der Blütezeit zeigt sich im Inneren der Röhren eine leopardenartige braune Fleckung.

  • Die Früchte

Die Früchte sind braune Kapseln mit einem scharfen behaarten Schnabel und zwei Fächern, in denen die zahlreichen eckigen Samen sitzen. Der Kelch bleibt bei der Fruchtreife als Schutz erhalten.

  • Die Bestäubung

Honigbienen, Wildbienen und Hummeln holen sich den Nektar und Pollen des Gelben Fingerhutes, dessen Blütenröhren deutlich kleiner und enger sind als die des Roten Fingerhutes – große Hummeln gehen hier leer aus.

Den Pollen sammelt die Wildbiene (Lasioglossum morio), für die Blätter als Raupenfutter interessiert sich der Wachtelweizen-Scheckenfalter (Melitaea athalia). Die Verbreitung der Samen übernehmen der Wind und später Ameisen.

  • Die Giftpflanze

Wie sein roter Verwandter ist er hochgiftig und enthält wie dieser eine Reihe von herzaktiven Glykosiden. In der Naturheilkunde werden beide ähnlich genutzt.

Quelle:www.naturadb.de/pflanzen/digitalis-lutea/

Bilder 11-14: Fingerhut, Roter Fingerhut, Großblütiger Fingerhut und Gelber Fingerhut

💀Hecken-Kälberkropf  oder Taumel-Kälberkropf (Chaerophyllum temulum)

Der Hecken-Kälberkopf ist für Meerschweinchen giftig. 

  • Das Gift: Das Polyin Falcarinol sowie das haerophyllin) sind die Hauptgifte.
  • Die Wirkung: Führt zu Pupillenerweiterung, heftigem Durchfall, Lähmungserscheinungen der Beine, Krämpfen und bei größeren Mengen zum Tod.

💀Herbstzeitlose oder Herbstlilie (Colchicum autumnale)

Die Herbstzeitlose wird als eine der giftigsten Pflanzen Europas bezeichnet.

  • Das Gift: Enthält das Gift Colchicin.
  • Die Wirkung: Schon kleinste Mengen führen zu schwerstem Organversagen (Leber, Nieren).
  • Wichtig: Das Gift bleibt auch in getrocknetem Heu voll wirksam und lebensgefährlich.

💀Jakobskreuzkraut (Jacobaea vulgaris)

Neuere tiermedizinische Studien zeigen, dass Meerschweinchen eine bemerkenswerte Toleranz gegenüber Pyrrolizidinalkaloiden besitzen und das Kraut meist ohne sichtbare Vergiftungssymptome verdauen. Man sollte das Jakobskreuzkraut trotzdem strikt meiden.

  • Das Gift: Enthält Pyrrolizidinalkoide.
  • Die Wirkung: Soll unheilbare Leberschäden verursachen. Da sich das Gift im Körper anreichert, ist die Wirkung schleichend. Im Heu wird es oft unbemerkt mitgefressen.

Bilder 15-17: Hecken-Kälberkropf, Herbstzeitlose und Jakobskreuzkraut

Was sind Neophyten?

In den letzten Jahrhunderten sind neue Pflanzenarten nach Europa gekommen. Die meisten dieser Neophyten machen keine Probleme. Aber einige verbreiten sich rasant und aggressiv. So werden sie für einheimische Arten zur Bedrohung.

Sie werden als invasive Arten bezeichnet. Im Recht der Europäischen Union gibt es umfassende Verbote und Vorschriften für „invasive gebietsfremde Arten“.

Quelle: Mein schöner Garten

💀Lupine / Echte Wilde Lupine (Lupinus perennis)

Lupinen sind eine Gattung aus der Familie der Schmetterlingsblütler (Fabaceae). Insgesamt umfasst die Gattung etwa 200 verschiedene Arten, von denen es auch weniger gefährliche Arten gibt.

Die wilde Lupine ist eine aus Nordamerika stammende Staude mit blauen bis violetten Blütenkerzen. Sie wird 70 bis 120 cm hoch, blüht von Mai bis August und bindet Stickstoff im Boden. In Mitteleuropa gilt sie oft als verwilderter Neophyt und in manchen Regionen als invasiv, da sie heimische Arten verdrängt. In allen Teilen ist die Pflanze giftig.

Im Garten sind überwiegend Zuchtformen der mehrjährigen Stauden-Lupine zu finden. Lupinen können je nach Art bis zu drei Meter hoch werden.

  • Das Gift: Alle Teile – Blätter, Blüten und besonders die Samen in den Hülsen – sind extrem giftig. Das liegt an den sogenannten Alkaloiden (wie Lupanin)
  • Die Wirkung:  Diese Stoffe schädigen das Nervensystem, führen zu schweren Lähmungen, Atemnot und im schlimmsten Fall zum schnellen Tod durch Atemstillstand.
  • Wichtig: Jede selbst gepflückte Lupine wird auf der Wiese als HOCHGRADIG GIFTIG behandelt und niemals verfüttert!
Weitere Informationen zur: ECHTEN WILDEN LUPINE
💀Echte Wilde Lupine

Die Echte Wilde Lupine ist im östlichen Teil der USA und an den Küsten des Atlantiks weit verbreitet, wo sie in sandigen Gebieten wie Dünen und Savannen wächst.

  • Die Nahrungspflanze

Sie gilt als Nahrungspflanze für die Raupen vom Getrübter Schwefel, der Östliche Schwanzblau, Graue Haarstreife, die Silberne wilde Indigo-Duskywing, das frostierte Elfin (Callophrys irus), der Östliche PersiusDuskywing (Erynnis persius) und der seltene und gefährdete Karnerblau (Plebejus samuelis), deren Raupen sich nur von den Lupinenblättern ernähren.

  • Die ökologische Rolle

Echte Wilde LupineDie Lupine spielt sowohl als Bestäuber als auch als Stickstofffixierart eine wichtige ökologische Rolle. Wie andere Hülsenfrüchte bildet es symbiotische Beziehungen zu stickstofffixierenden Bakterien in Wurzelknötchen.

  • Das Aussterben
Wilde Lupine-Blatt
Wilde Lupine-Blatt
Wilde Lupine-Samen
Wilde Lupine-Samen

Die Populationen von Lupinus-Perennis sind seit Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts erheblich zurückgegangen, wobei einige Regionen Verluste von mehr als neunzig Prozent verzeichnen. Dieser Rückgang wiederum wurde als eine der Hauptursachen für den Niedergang des Karner-Blaufalters angesehen.

Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Lupinus_perennis

💀Lupine / Garten-Lupine oder Vielblättrige Lupine (Lupinus polyphyllus) 

Im Garten sind überwiegend Zuchtformen der mehrjährigen Garten-Lupine zu finden. Lupinen können je nach Art bis zu drei Meter hoch werden.

  • Das Gift: Alle Teile – Blätter, Blüten und besonders die Samen in den Hülsen – sind extrem giftig. Das liegt an den sogenannten Alkaloiden (wie Lupanin)
  • Die Wirkung:  Diese Stoffe schädigen das Nervensystem, führen zu schweren Lähmungen, Atemnot und im schlimmsten Fall zum schnellen Tod durch Atemstillstand.
  • Wichtig: Jede selbst gepflückte Lupine wird auf der Wiese als HOCHGRADIG GIFTIG behandelt und niemals verfüttert!
Weitere Informationen zur: GARTEN-LUPINE
💀Garten-Lupine oder Vielblättrige Lupine

Garten-LupineDie Garten-Lupine ist eine in Nordamerika beheimatete Staude, die auf Bergwiesen, Säumen und in lichten Wäldern gedeiht. Bereits im 19. Jahrhundert hielt die auch als Garten-Lupine bezeichnete Nordamerikanerin Einzug in unsere Gärten.

Sie gehört damit zu den 15 häufigsten Neophyten in Deutschland.

  • Die Blume

Die Garten-Lupine wird 80 bis 120 Zentimeter hoch, davon nehmen die wundervollen dichten Blütenkerzen bis zu 50 Zentimeter ein.

  • Die Blüte

Lupinus polyphyllus bildet meist erst im zweiten Standjahr das erste Mal Blüten aus. Die Einzelblüte besitzt die typische Form der Schmetterlingsblütler. Immer 50 bis 80 Einzelblüten sitzen in endständigen, traubigen Blütenständen zusammen, sodass sich die Staude von Ende Mai bis in den August hinein mit imposanten Blütenkerzen in Weiß, Violett, Rosa, Rot oder Gelb schmückt.

Manche Sorten und Sortenmischungen bringen auch zweifarbige Blüten hervor.

  • Die Samen
Garten-Lupine-Blatt
Garten-Lupine-Blatt
Garten-Lupine-Samen
Garten-Lupine-Samen

Die für die ganze Pflanzenfamilie charakteristische Hülsenfrucht ist leicht gekrümmt, wird bis zu sechs Zentimeter lang und enthält vier bis zwölf gräuliche, kugelige Samen.

  • Die ökologische Rolle

Da sie wie alle Hülsenfrüchtler (Fabaceae) die Fähigkeit besitzt, mittels symbiotisch lebender Knöllchenbakterien an den Wurzeln Luftstickstoff zu binden und damit den Boden zu verbessern, kam sie häufig in Saatmischungen zur Initialbepflanzung und Gründüngung zum Einsatz.

Viele Insektenarten schätzen die Stauden-Lupine als Nahrungsquelle.

Quelle: www.mein-schoener-garten.de/pflanzen/lupine/stauden-lupine

💀Lupine / Schmalblättrige Lupine (Lupinus angustifolius)

Die Schmalblättrige Lupine ist extrem giftig. Der manchmal verwendete Trivialname Blaue Lupine kann irreführend sein, da auch weißblühende Varianten existieren und die zugelassenen Züchtungen überwiegend weißblühend sind.

  • Das Gift: Alle Teile – Blätter, Blüten und besonders die Samen in den Hülsen – sind extrem giftig. Das liegt an den sogenannten Alkaloiden (wie Lupanin)
  • Die Wirkung:  Diese Stoffe schädigen das Nervensystem, führen zu schweren Lähmungen, Atemnot und im schlimmsten Fall zum schnellen Tod durch Atemstillstand.
  • Wichtig: Jede selbst gepflückte Lupine wird auf der Wiese als HOCHGRADIG GIFTIG behandelt und niemals verfüttert!
Weitere Informationen zur: SCHMALBLÄTTRIGE LUPINE oder BLAUEN LUPINE
💀Schmalblättrige Lupine oder Blaue Lupine

Blaue LupineDie Schmalblättrige Lupine ist eine Pflanzenart der Gattung Lupinen (Lupinus) innerhalb der Familie Hülsenfrüchtler (Fabaceae). 

  • Die Herkunft

Das natürliche Verbreitungsgebiet ist der Mittelmeerraum. Sie wurde als Zierpflanze in Mitteleuropa eingebürgert, schon bevor am Anfang des 19. Jahrhunderts mit dem Anbau begonnen wurde. Sie ist heute in ganz Mitteleuropa zu finden.

  • Die Blume
Blaue Lupine-Blatt
Blaue Lupine-Blatt
Blaue Lupine-Samen
Blaue Lupine-Samen

Die Schmalblättrige Lupine ist eine ein- oder zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 40 bis 80 Zentimetern erreicht.

  • Die Samen

Die dicht behaarte, gerade Hülsenfrucht enthält vier bis sieben eiförmige Samen. Sie ist 5 bis 7 Zentimeter lang und 1 bis 1,25 Zentimeter breit und gelbbraun.

  • Das Gift

Lupinus angustifolius hat einen hohen Gehalt an Alkaloiden, z.B. LupaninHauptgift: Chinolizidinalkaloide. Gefährlich sind vor allem die unreifen Samen und Hülsen.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Schmalbl%C3%A4ttrige_Lupine

Bilder 18-20: Echte Wilde Lupine, Garten-Lupine und Schmalblättrige oder Blaue Lupine

💀Maiglöckchen (Convallaria majalis)

Die Giftpflanze des Jahres 2014. Glockenförmige Blüten in weiß mit tollem Duft kennzeichnen das Maiglöckchen neben den beiden aus einem Stiel wachsenden typischen Blättern.

Während die Blüte im Mai stattfindet, bilden sich im Sommer (um den August herum) aus diesen (sofern befruchtet) rote Beeren mit Samen. Diese werden gerne von Vögeln gefressen, die damit zur Ausbreitung der Maiglöckchen beitragen. 

  • Das Gift: Die enthaltenen Glykoside belasten das Herz stark. 
  • Die Wirkung: Kreislaufkollaps, Erbrechen und Durchfall.
  • Wichtig: Auch die Beeren sind wie die Pflanze selbst giftig!

💀Oleander (Nerium oleander)

Oleander ist giftig für Meerschweinchen und Menschen. Er ist in allen Pflanzenteilen stark giftig, in den Blättern ist die Giftkonzentration am höchsten.

  • Das Gift: Oleander enthält verschiedene giftige Glykoside (Neriin, Nerianthin, Pseudocurrarin oder Rosaginin). Mit das stärkste Gift darunter trägt sogar seinen Namen: Das Oleandrin ist ein sogenanntes Herzglykosid, das in seiner Wirkung vergleichbar ist mit Digitalis.
  • Die Wirkung: Führt zu Herzrhythmusstörungen und Herzstillstand.
  • Wichtig: Ein einziges Blatt kann tödlich sein. 

Bilder 21-24: Maiglöckchen, Maiglöckchenblüte und Oleander und Oleanderblüte

Der Artenschwund

Um auf den dramatischen Artenschwund in den Agrarlandschaften aufmerksam zu machen, hat die Loki Schmidt Stiftung den Acker- oder Feldrittersporn zur Blume des Jahres 2026 gekürt. 

Die „Blume des Jahres 2026“ steht stellvertretend für eine Vielzahl von Ackerwildkräutern, die durch die Intensivierung der Landwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgedrängt worden sind. Der Feldrittersporn wird in allen Bundesländern auf der Roten Liste geführt.

Quelle: Nabu 

💀Rittersporn / Hoher Rittersporn (Delphinium elatum)

Hoher Rittersporn (Delphinium elatum)  Die Giftpflanze des Jahres 2015, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Feldrittersporne (Consolida) in der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Schön und giftig. 

Rittersporn wird in drei Hauptgruppen unterteilt:

  • Das Gift: Alle Teile der Pflanze sind gefährlich, vor allem die Samen enthalten giftige Alkaloide. Es gibt keine ungiftige Zuchtform oder Sorte des Rittersporns.
  • Die Wirkung: Führt zu schweren Magen-Darm-Entzündungen, Muskelzittern und Atemlähmung.
  • Hinweis: Beim Hantieren sollte man Handschuhe anziehen – der Saft des giftigen Rittersporns kann Hautreizungen hervorrufen.
Weitere Informationen zum: HOHEN RITTERSPORN
💀Hoher Rittersporn

Rittersporn

Der Hohe Rittersporn kommt in mehreren Unterarten vom warmgemäßigten bis kühlen Europa in den Französischen Alpen bis Asien in lichten Wäldern, feuchten Schuttfluren, subalpinen Hochstaudenfluren, Grünerlengebüschen und Bachrändern in Höhenlagen bis 2000 Meter vor.

Er findet sich selten verwildert.

  • Wichtige Quelle für Insekten
Hoher Rittersporn-Blatt
Hoher Rittersporn-Blatt
Hoher Rittersporn-Samen
Hoher Rittersporn-Samen

Rittersporne sind im Garten eine der Hauptattraktionen für Insekten. An den in den Spornen tief unten verborgenen Nektar kommen aber nur Hummeln, deren Rüssel lang genug ist. Bienen machen es sich oft einfach und knabbern einfach die Sporne seitlich auf, um des süßen Inhaltes habhaft zu werden.

Einige Stängel kann man im Herbst stehenlassen, einige Wildbienen nutzen im Folgejahr die hohlen Überbleibsel als Niststätte für ihre Jungen.

  • Die Pflanze

Hybriden von Delphinium elatum, meist als Delphinium x elatum deklariert, sind die meistgepflanzten Rittersporne in deutschen Gärten. Sie werden unterschiedlich hoch, sodass man sie oft in drei Gruppen einteilt: klein bis 1,50 Meter, mittel bis 1,70 Meter und groß bis über 2,00 Meter.

  • Die Blüten

Sie haben ungefüllte, halbgefüllte oder gefüllte Blüten in allen Schattierungen von weiß über verschiedene Blautöne bis zu einem dunklen Violett.

  • Das Gift

Rittersporn gilt als giftig, denn er enthält in allen Teilen eine Reihe von Alkaloiden wie Elatin. Dieses hat eine ähnliche Wirkung wie Curare und lähmt die Muskulatur, schlimmstenfalls bei hohen Dosen bis zur Atemlähmung. Die prächtige Farbe der Blüten ist auf Anthocyane und Flavonoide zurückzuführen.

Quelle: www.naturadb.de/pflanzen/delphinium-elatum/

💀Rittersporn / Acker- oder Feldrittersporn (Consolida regalis)

  • Das Gift: Alle Teile der Pflanze sind gefährlich, vor allem die Samen enthalten giftige Alkaloide. Es gibt keine ungiftige Zuchtform oder Sorte des Rittersporns.
  • Die Wirkung: Führt zu schweren Magen-Darm-Entzündungen, Muskelzittern und Atemlähmung.
  • Hinweis: Beim Hantieren sollte man Handschuhe anziehen – der Saft des giftigen Rittersporns kann Hautreizungen hervorrufen.
Weitere Informationen zum: ACKER- oder FELDRITTERSPORN
💀Acker- oder Feldrittersporn

Acker-Rittersporn

Acker- oder Feldrittersporn ist inzwischen weit verbreitet und kommt, außer im Alpen, in allen Regionen Deutschlands mäßig häufig vor. Vorwiegend in Höhenstufen von Tiefland bis Mittelgebirge.

  • Die Pflanze

Der Acker- oder Feldrittersporn ist eine einjährige Pflanze mit Wuchshöhen von ca. 40 Zentimeter. Er ist ein Flachwurzler. Das Laub von Consolida regalis ist grün.

Wichtige Bienenweide und Schmetterlingspflanze. Bildet Balgfrucht und enthält reichlich Samen. Er überwintert als Rosettenpflanze

  • Die Blüte
Gewöhnlicher Feldrittersporn-Blatt
Gewöhnlicher Feldrittersporn-Blatt
Gewöhnlicher Feldrittersporn-Samen
Gewöhnlicher Feldrittersporn-Samen

Er blüht von Mai bis August. Die Blütenfarbe ist blau.

  • Gefährdet

Er wird auf der Roten Liste der bedrohten Arten als gefährdet eingestuft.

  • Das Gift

Die höchste Konzentration an giftigen Diterpen-Alkaloiden (wie Lycoctonin und Delcosin) befindet sich in den Samen.

Quelle: www.naturadb.de/pflanzen/consolida-regalis/

💀Rittersporn / Garten-Feldrittersporn (Consolida ajacis)

Der Garten-Feldrittersporn stammt ursprünglich aus dem südeuropäisch-westasiatischen Raum und tritt in Mitteleuropa selten und unbeständig als Neophyt auf. 

Consolida ajacis sind dekorative Stauden mit attraktiven, farbenfrohen Blüten. Es gibt zahlreichen Sorten mit unterschiedlichen Blütenfarben.

  • Das Gift: Alle Teile der Pflanze sind gefährlich, vor allem die Samen enthalten giftige Alkaloide. Es gibt keine ungiftige Zuchtform oder Sorte des Rittersporns. Der Garten-Feldrittersporn ist wegen seines Gehalts an verschiedenen Alkaloiden (vor allem dem nach ihm benannten Ajaconin giftig
  • Die Wirkung: Führt zu schweren Magen-Darm-Entzündungen, Muskelzittern und Atemlähmung.
  • Hinweis: Beim Hantieren sollte man Handschuhe anziehen – der Saft des giftigen Rittersporns kann Hautreizungen hervorrufen.
Weitere Informationen zum: GARTEN-FELDRITTERSPORN
💀Garten-Feldrittersporn

Garten-Feldrittersporn

Garten-Feldrittersporn kommt ursprünglich im warmen bis warmgemäßigten Afrika und Europa vor. Verbreitet ist er inzwischen in Nordamerika, Asien und Australien.

Seit mindestens dem 18. Jahrhundert wird er als Zierpflanze für Sommerbeete genutzt.

  • Die Pflanze
Gewöhnlicher Feldrittersporn-Blatt
Gewöhnlicher Feldrittersporn-Blatt
Garten-Feldrittersporn-Samen
Garten-Feldrittersporn-Samen

Der Garten-Feldrittersporn ist eine einjährige krautige Pflanze mit Wuchshöhen von ca. 30 Zentimeter. Er bildet flache Wurzeln und hat grünes Laub.

  • Die Blüte

Die Blütezeit reicht meist von Juni bis August. Der traubenartige Blütenstand mit den vielen Blüten kann je nach Sorte weiß, hellblau, rosa und rot sein. Bildet schwarzen Samen aus.

  • Die Futterpflanze

Sie ist eine wichtige Raupenfutterpflanze von 2 Schmetterlingsarten

  • Das Gift

Der Garten-Feldrittersporn zählt als Giftpflanze. Er wurde auch schon in der Volksmedizin verwendet, etwa von den nordamerikanischen Cherokee als Aufguss zur Behandlung von Herzbeschwerden.

Quelle: www.naturadb.de/pflanzen/consolida-ajacis/

Bilder 25-27: Hoher Rittersporn, Acker- oder Feldrittersporn und Garten-Feldrittersporn

💀Schierling / Gefleckter Schierling (Conium maculatum)

Gefleckter Schierling (Conium maculatum):  Der stark giftige Doldenblütler ist ein eher seltener Anblick und wird in der Roten Liste zu den gefährdeten Arten gezählt. Er ist wohl der gefürchtetste heimische Doldenblütler.

Weitere Informationen zum: GEFLECKTEN SCHIERLING
💀Gefleckter Schierling

Gefleckter Schierling

Gefleckter Schierling ist eine zweijährige krautige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae), das 80-200 Zentimeter hoch wird. Sie fällt besonders wegen ihres starken Gestanks auf.

  • Pollenquelle

Der Gefleckte Schierling dient der Sandbiene(Andrena proxima) als Pollenquelle. Als Raupenfutter kommt er wegen seiner Giftstoffe bei keiner der einheimischen Schmetterlingsarten zum Einsatz.

  • Als Heilpflanze

Von der Antike bis in die Neuzeit verwendete man den Gefleckten Schierling vorzugsweise äußerlich und in kleinen Mengen gegen Augenentzündungen sowie zur Dämpfung des Geschlechtstriebes und des Milchflusses nach der Stillzeit.

In der Homöopathie verwendet man Conium maculatum-Globuli bei Alterserscheinungen, Frauenkrankheiten, Arteriosklerose und Impotenz.

  • Die Giftpflanze
Gefleckter Schierling-Blatt
Gefleckter Schierling-Blatt
Gefleckter Schierling-Samen
Gefleckter Schierling-Samen

Die größten Mengen toxischer Substanzen finden sich in den Wurzeln und unreifen Samen, die bereits die alten Griechen in Form des Schierlingsbechers für Hinrichtungen verwendeten.

Das Pseudoalkaloid Coniin führt zu Tod durch Atemlähmung

Quelle: www.naturadb.de/pflanzen/conium-maculatum/

💀Schierling / Wasserschierling (Cicuta virosa)

Der stark giftige Wasserschierling (Cicuta virosa) ist ein gefürchteter heimische Doldenblütler. Er steht laut Roter Liste auf der Vorwarnliste.

Weitere Informationen zum: WASSERSCHIERLING
💀Wasserschierling

Wasserschierling

Wasserschierling ist weit verbreitet und kommt, außer im Alpen, in allen Regionen Deutschlands mäßig häufig vor. Vorwiegend in Höhenstufen von Tiefland bis Mittelgebirge.

Der Wasserschierling ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler. Er erreicht Wuchshöhen von ca. 1,50 Meter.

  • Die Blüte

Er blüht von Juli bis September. Die Blütenfarbe ist weiß.

  • Die Früchte

Runde bis eiförmige, gelblich-braune Früchte und diese sind mit Schwimmgewebe für die Schwimmausbreitung ausgestattet.

  • Die Giftpflanze
Wasserschierling-Blatt
Wasserschierling-Blatt
Wasserschierling-Samen
Wasserschierling-Samen

Alle Teile der Pflanze sind sehr giftig, besonders die Knollen

  • Rote Liste

Wasserschierling ist laut Roter Liste auf der Vorwarnliste.

Quelle: www.naturadb.de/pflanzen/cicuta-virosa/

💀Wunderbaum (Ricinus communis)

Eines der stärksten Gifte überhaupt. Der Wunderbaum ist schnellwüchsig und wird unter idealen Bedingungen innerhalb von drei bis vier Monaten bis zu 6 Meter hoch.

  • Das Gift: In der Rizinuspflanze ist vor allem das darin enthaltene Eiweißgift Rizin extrem giftig. Es konzentriert sich hauptsächlich in den bunten, bohnenartigen Samen, während das reine, ausgepresste Rizinusöl kein Rizin enthält, da das Gift nicht fettlöslich ist.
  • Die Wirkung: Verklumpt die roten Blutkörperchen und zerstört die Organe. Bereits 1 g Samen pro kg Körpergewicht ist tödlich.

Bilder 28-30: Gefleckter Schierling, Wasserschierling und Wunderbaum


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2. A-Z: Stark giftig (Schwere Organschäden & Vergiftungen)

Lord Giacomo Sinclair Girnigoe mit Eimer
Lord Giacomo Sinclair Girnigoe mit Eimer

⚠️Bärlauch (Allium ursinum)

Bärlauch ist ein in Europa heimisches Wildgemüse, das in feuchten, halbschattigen Wäldern wächst, aber auch entlang von Bachläufen und Auen. Bärlauch gehört zur Familie der Lauchgewächse (Alliaceae) und ist mit Gemüse wie Knoblauch und Zwiebeln verwandt.

  • Das Gift: Das enthaltene Alliin (und seine Folgeprodukte) führt bei Nagetieren zur sogenannten Heinz-Körper-Anämie (Zerstörung der roten Blutkörperchen).
  • Die Wirkung: Zerstört die roten Blutkörperchen. Das Tückische hierbei ist, dass die Symptome der Blutarmut (Schlappheit, blasse Schleimhäute) oft erst Tage nach dem Fressen auftreten.

⚠️Einbeere (Paris quadrifolia)

Die Einbeere wächst gern in schattigen Laubwäldern. Da sie im Frühjahr nur eine einzige, auffällige blauschwarze Beere in der Mitte von vier Blättern trägt, ist sie optisch sehr markant.

  • Das Gift: Die Pflanze enthält giftige Saponine.
  • Die Wirkung: Wirkt stark reizend auf den Magen-Darm-Trakt und kann das zentrale Nervensystem schädigen, was zu Lähmungen führt.
  • Wichtig: Sie darf niemals im Sammelkorb landen.

⚠️Engelstrompete (Brugmansia)

Die Engelstrompeten sind eine Pflanzengattung der Nachtschattengewächse. Ursprünglich in Südamerika verbreitet, wird die Pflanze wegen der auffälligen Blüten inzwischen weltweit kultiviert. Durch den hohen Anteil an Alkaloiden sind alle Pflanzenteile hochgiftig.

  • Das Gift: Enthalten Tropanalkaloide.
  • Die Wirkung: Verursachen Herzrasen (Tachykardie), Pupillenerweiterung (Mydriasis), trockenes Maul, Krämpfe, Koma und Darmstillstand (Atonie).
  • Wichtig: Blüten des Stechapfels stehen aufrecht, bei der Engelstrompete hängen sie.
Hahnenfußgewächse

Die Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) sind eine Familie in der Ordnung der Hahnenfußartigen (Ranunculales). Diese Familie umfasst etwa 62 Gattungen mit etwa 2525 Arten und ist weltweit vertreten, hauptsächlich in den gemäßigten Zonen der nördlichen Erdhalbkugel.

Alle Hahnenfußgewächse enthalten Protoanemonin und sind daher für Tiere giftig.

Quelle: Wikipedia 

⚠️Hahnenfuß / Scharfer Hahnenfuß (Ranunculus acris)

Die auch als Butterblume bezeichnete Staude aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) fällt besonders ins Auge, weil sie von Weidetieren meist nicht gefressen wird – das liegt an einem enthaltenen scharf schmeckenden Gift. Getrocknet verliert die Pflanze ihre Giftigkeit.

Frisch ist der Scharfe Hahnenfuß extrem giftig. Im Heu ist Hahnenfuß also harmlos.

  • Das Gift: Das enthaltene Gift Protoanemonin reizt die Schleimhäute im Maul und Magen im frischen Zustand extrem stark (führt zu Blasenbildung und schweren Entzündungen).
  • Die Wirkung: Führt zu schweren Entzündungen der Atemwege, des Magens und der Harnwege. 
  • Wichtig: Beim Trocknen im Heu wandelt sich das Gift in das völlig ungiftige Anemonin um.

Bilder 31-34: Bärlauch, Einbeere, Engelstrompete und Scharfer Hahnenfuß

⚠️Hohler Lerchensporn (Corydalis cava)

Er blüht zeitgleich mit Buschwindröschen im Frühjahr im Wald. Hohler Lerchensporn gehört zur Familie der Erdrauchgewächse und ist in Mitteleuropa weit verbreitet.

In der Volksheilkunde wird die Pflanze auch als Mittel gegen Reisekrankheit und Herzangst angewendet.  Probiert werden kann einen Strauß blühender Pflanzen auf den Nachttisch zu stellen. Die Blüten duften betörend und beruhigend und wirken dabei leicht narkotisierend und einschläfernd.

  • Das Gift: Die Pflanze enthält zahlreiche Alkaloide (vor allem Corydalin). Das in den Knollen enthaltene Alkaloid Bulbocapnin wirkt stark beruhigend und angstlösend. Diese Pflanze ist mit Mohn verwandt.
  • Die Wirkung: Wirkt toxisch auf das Nervensystem und verursacht Bewegungsstörungen, Muskelstarre und Krämpfe. Es führt zu  Bewegungsstörungen (Ataxie) und einer extremen Muskelstarre, die dem Tier extreme Schmerzen bereitet.
  • Wichtig: Fast alle Pflanzenteile sind schwach giftig, nur die Knolle gilt als stark giftig.

⚠️Holunder / Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)

Der Schwarze Holunder kann etwa 100 Jahre alt werden. Er ist eine der häufigsten Straucharten in Mitteleuropa.

In Deutschland und Mitteleuropa gibt es vor allem drei wild wachsende Holunderarten. Weltweit existieren rund 20 bis 30 Arten.

  • Das Gift: In den Blättern, der Rinde, unreifen Beeren und auch in den Samen reifer Beeren sind ein oder mehrere cyanogene Glycoside, darunter hauptsächlich Sambunigrin, Prunasin, Holocalin und Zierin, enthalten. Darüber hinaus enthält die Pflanze Lektine, vor allem Nigrin b.
  • Die Wirkung: Das Fressen führt bei Meerschweinchen zu schwerem Würgen, heftigem Durchfall, Magenkrämpfen und akuten Atembeschwerden.
  • Wichtig: Holunderäste und -blätter dürfen niemals gepflückt oder verfüttert werden. Der Schwarze Holunder ist für Meerschweinchen in allen Teilen stark giftig!
Weitere Informationen zum: SCHWARZEN HOLUNDER
⚠️Schwarzer Holunder

Schwarzer Holunder
Schwarzer Holunder

Der Schwarze Holunder wächst bis zu sieben Meter hoch. Seine gelblich weißen Blüten verströmen ab Juni den intensiv-bekannten Duft.  Er gehört zur Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae).

Bis September entwickeln sich aus den in schirmförmigen Trugdolden angeordneten Blüten fünf bis sechs Millimeter große, kugelförmige, dunkelviolett bis schwarze Früchte.

  • Die Blüte

Die bis zu 20 Zentimeter Durchmesser erreichenden doldig-schirmförmigen Rispen bestehen aus zahlreichen kleinen weißen oder zart gelblichen Einzelblüten, die intensiv nach Moschus riechen.

  • Die Bestäubung
Schwarzer Holunder-Blatt
Schwarzer Holunder-Blatt
Schwarzer Holunder-Samen
Schwarzer Holunder-Samen

Die Hauptbestäuber des Schwarzen Holunders sind Honigbienen, Fliegen und Käfer, die sich in großer Zahl an den weithin duftenden Blüten einfinden.

16 unserer einheimischen Schmetterlingsarten machen sich über den Nektar und/oder die Blätter als Raupenfutter her. Beides nutzen der Dreipunkt-Blütenspanner (Eupithecia tripunctaria) und der Gelber Fleckleibbär (Spilosoma lutea).

Unter den Besuchern sich auch bekannte Arten wie die Gammeeule (Autographa gamma), der Holunderspanner (Ourapteryx sambucaria), die Achateule (Phlogophora meticulosa) und der Große Kohlweißling (Pieris brassicae).

  • Der Samen

Die Verbreitung der Samen erfolgt über Vögel, die sich mit besonderer Vorliebe über die kleinen schwarzen Beeren hermachen.

  • Die Beeren

Die Früchte sind acht Millimeter groß, schwarz glänzend und kugelrund. Sehr selten treten weiße Früchte auf.Die Beeren des Schwarzen Holunders enthalten große Mengen färbender Flavonoide. Sie gelten als Antioxidanzien und sind pharmakologisch von Interesse.

Früher verwendete man die Beeren zum Färben von Haaren, Leder und Rotwein, denen sie zu einer burgunderroten Farbe verhelfen.

Quelle: www.naturadb.de/pflanzen/sambucus-nigra/

⚠️Holunder /  Roter Holunder (Sambucus racemosa)

Wie der Schwarze Holunder lassen sich die Früchte vom Roten Holunder zu Gelee, Marmelade, Saft und ähnlichem verarbeiten. Sie sind jedoch nicht unbedingt verträglich.

  • Gifte: Seine unreifen und reifen roten Beeren sowie die grünen Pflanzenteile enthalten das BlausäureGlykosid Sambunigrin. Blätter, Rinde und unreife Früchte enthalten ebenfalls Giftstoffe.
  • Wirkung: Sie führen zu Brechdurchfall.
Weitere Informationen zum: ROTEN HOLUNDER
⚠️Roter Holunder

Der Rote Holunder erreicht Wuchshöhen von 1 bis 3, selten bis zu 8 Meter.

Roter Holunder
Roter Holunder
  • Die Blüten

Bienen und Schmetterlinge machen sich über den Nektar des Roten Holunders her. In Nordamerika und Asien werden die Blüten vielerorts von Kolibris bestäubt.

In Europa ist der süße Saft bisweilen eher rar, sodass sich die Honigbienen auf das Sammeln der nahrhaften Pollen beschränken. Der fische Geruch zieht Fliegen an.

Als Raupenfutter verwenden Schmetterlinge die Blätter, die Bogenlinien-Spannereule (Herminia grisealis), der Bergwald-Blattspanner (Xanthorrhoe montana) sowie zwei Gelbbären (Spilosoma spec.).

  • Winternahrung für Vögel
Roter Holunder-Blatt
Roter Holunder-Blatt
Roter Holunder-Blüte
Roter Holunder-Blüte

Willkommen sind die roten Beeren des Traubenholunders als Winternahrung für Vögel, denn sie bleiben lange am Strauch und stehen den Tieren auch bei Eis und Schnee noch zur Verfügung. Sie sorgen auch für die Verbreitung der unverdaulichen Samen. Die Giftstoffe der rohen Früchte machen ihnen im Gegensatz zum Menschen nichts aus.

  • In der Volksheilkunde

Vor allem die rohen und nicht völlig ausgereiften Beeren des Roten Holunders setzte die Volksheilkunde früher als Brech- und Abführmittel ein.

In der Volksmedizin verwendete man die Früchte bei Erkältungen, Asthma und Entzündungen von Mund und Rachen.

  • Die Wirkung auf Mäuse

Der strenge Geruch des Roten Holunders hält Mäuse fern. Mancherorts verwenden Imker Blätter in den Bienenstöcken, um plündernde Nager fernzuhalten, und auch Vorräte im Keller lassen sich damit schützen. Im Garten vertreibt er lästige Wühlmäuse.

Quelle: naturadb

⚠️Holunder / Zwerg-Holunder (Sambucus ebulus)

Der Zwerg-Holunder ist krautig, kleiner und hat oftmals rosafarbene Blüten, während der Schwarze Holunder ein verholzender Strauch mit weißen Blütendolden ist. Außerdem geht vom Zwerg-Holunder ein unangenehmer Geruch aus. Alle Pflanzenteile sind giftig, besonders jedoch die Samen der schwarzen Beeren.

Weitere Informationen zum: ZWERG-HOLUNDER
⚠️Zwerg-Holunder

Zwerg-Holunder
Zwerg-Holunder

Der Zwerg-Holunder ist eine sommergrüne Staude mit einer Wuchshöhe zwischen 1 und 2 Meter. Der Zwerg-Holunder ist eine Giftpflanze.

  • Die Blüte
Zwerg-Holunder-Blatt
Zwerg-Holunder-Blatt
Zwerg-Holunder-Früchte
Zwerg-Holunder-Früchte

Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli bzw. bis August. Die Blütenkrone ist weiß und selten auf der Außenseite rosa. Die Staubbeutel sind rot und färben sich später schwarz. Die Blüten duften nach bitteren Mandeln.

  • Die Befruchtung

Die Blüten sind Scheibenblumen mit freiliegendem Nektar. Die Bestäubung der zwittrigen Blüten erfolgt normalerweise durch Insekten, wie Käfer, Fliegen, Schwebfliegen, Wespen und Bienen. Wichtige Nektarpflanze für Schmetterlinge und auch für Raupen als Futter.

  • Die Früchte 

Als Früchte werden rote Früchte gebildet, welche sich dann schwarz verfärben.  Sie enthalten meist 3(4) Samen. Die Fruchtäste sind zur Reifezeit normalerweise violett oder purpurrot gefärbt.

  • Als Heilkraut

Der Zwergholunder gilt als wassertreibend, schweißtreibend und abführend. Der arzneilich verwendete Pflanzenteil ist die Wurzel, die Zwergholunderwurzel.

Allerdings wird der Zwergholunder heute kaum mehr als Heilpflanze genutzt.

Quelle: naturadb

Bilder 35-38: Hohler Lerchensporn, Schwarzer Holunder, Roter Holunder und Zwerg-Holunder

Doldenblütler

Wer Doldenblütler erkennen möchte, braucht mehr als einen schnellen Blick auf die Blüte. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Stängel, Blattform, Geruch, Standort und Blütenaufbau.

Zu den Doldenblütlern zählen viele Gewürzpflanzen und Nahrungspflanzen, aber auch einige sehr giftige Pflanzenarten. Sie werden seit Jahrhunderten in unseren Gärten geschätzt.

Doldenblütler sind leicht zu erkennen: Ihre vielen kleinen Blüten stehen in typischen, schirmartigen Dolden. 
Da giftige Arten oft harmlosen essbaren Pflanzen ähneln, besteht ein hohes Verwechslungsrisiko. Giftige Arten riechen oft unangenehm (nach Mäuseurin oder stechend) statt aromatisch.

Quelle: naowa.de/doldenbluetler-erkennen/

⚠️Kartoffel (Solanum tuberosum)

Die Kartoffel gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae).

  • Das Gift: Alle grünen Stellen der Knolle, die Keime und die Pflanzenteile (Kraut) enthalten das Gift Solanin. Zudem enthält die rohe Kartoffel extrem viel reine Stärke.
  • Die Wirkung: Solanin führt zu schweren Magen-Darm-Entzündungen, Krämpfen und Blutarmut. Die reine Stärke kann im empfindlichen Meerschweinchendarm außerdem zu lebensgefährlichen Fehlgärungen und Aufgasungen führen.

⚠️Knoblauch (Allium sativum)

Knoblauch ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lauch (Allium). Er ist heute fast weltweit verbreitet. Er wird als Gewürz- und Heilpflanz genutzt. Für viele Tiere ist er dagegen giftig.

  • Das Gift: Knoblauch enthält schwefelhaltige Verbindungen, unter anderem das Alliin, das sich unter Einwirkung des Ferments Alliinase in Allicin umwandelt. Allicin ist verantwortlich für den Knoblauchgeruch.
    Lauchpflanzen verursachen starke, oft gefährliche Gärungen im Bauch.
  • Die Wirkung: Die Inhaltsstoffe reizen Mund, Magen und Darm massiv. Enthaltene Substanzen können die roten Blutkörperchen schädigen.

⚠️Nachtschatten / Bittersüßer Nachtschatten (Solanum dulcamara)

Der Bittersüße Nachtschatten (Solanum dulcamara) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Nachtschatten (Solanum) in der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae).

  • Das Gift: Die Pflanze, beziehungsweise die reifen Früchte, sind schwach giftig. Sie enthalten das Saponin Solanin und mehrere Alkaloide. Alle Pflanzenteile enthalten giftige Steroidalkaloide und mit diesen verwandte Saponine.
  • Die Wirkung: Eine Vergiftung führt zu starkem Erbrechen und Durchfall. Es kann zu Schwindel, Benommenheit, Zungenlähmung und Krampfanfällen kommen.
Weitere Informationen zum: BITTERSÜSSEN NACHTSCHATTEN
⚠️Bittersüßer Nachtschatten

Bittersüßer Nachtschatten

Er ist auf der nördlichen Hemisphäre weit verbreitet. Man findet ihn ziemlich häufig in Wäldern und Gebüschen am Rand von Weiden, auf Lichtungen, an Ufern und Gräben sowie in Erlenbrüchen.

  • Die Pflanze
Bittersüßer Nachtschatten-Blatt
Bittersüßer Nachtschatten-Blatt
Bittersüßer Nachtschatten-Samen
Bittersüßer Nachtschatten-Samen

Es handelt sich dabei um eine krautige, kletternde Pflanze, die eine Höhe von über drei Metern an benachbarten Pflanzen klettern kann.

  • Die Blüten

Charakteristische sternförmige violette Blüten mit gelben Staubblättern. Bei Reife erscheinen scharlachrote Beerenfrüchte, die etwa einen Zentimeter lang sind. Sie reifen von Grün über Gelb nach Rot.

Die violetten Blüten und die roten Beeren sind durchaus attraktiv, aber aufgrund der Giftigkeit sollte der Bittersüße Nachtschatten besser nicht im Garten kultiviert werden.

  • Die Bestäubung

Die Blüten des Bittersüßen Nachtschattens locken einige Schwebfliegen, aber auch Hummeln und andere Wildbienen an. Dabei ist der Pollen nur über ein Loch auf der Unterseite der Staubbeutel zu erreichen – Bienen helfen mit brummenden Flugmuskeln nach, eine seltene Form der Vibrationsbestäubung.

Den Nektar erreichen auch die langen Rüssel der Scharfgaben-Silbereule (Macdunnoughia confusa), die Blätter nutzt die Feuchtwiesen-Kräutereule (Lacanobia splendens) als Raupenfutter.

  • Die Frucht

Bei der Frucht handelt es sich um eine kugelige bis eiförmige zentimetergroße Beeren, die zur Reifezeit leuchtend rot gefärbt ist und über 30 Samen enthält. Diese sind gelb oder braun, nierenförmig mit einer feinkörnigen Oberfläche.

Verbreitung der Früchte vor allem durch Vögel.

  • Die Heilpflanze

Früher nutzte man das Kraut in der Volksheilkunde gegen rheumatische Beschwerden, Bronchitis und Asthma, heute nur noch in Form eines standardisierten Extraktes gegen entzündliche Hauterkrankungen oder zur Unschädlichkeit verdünnt in der Homöopathie.

  • Die Giftpflanze

Der Bittersüße Nachtschatten ist eine alte Heil- und Giftpflanze. Sie enthält Saponine und Alkaloide wie Solanin, vor allem in den unreifen Beeren.

In großen Mengen genossen führt es zu Übelkeit und Bauchschmerzen bis hin zu Atemlähmung und Kreislaufstillstand; bei Kindern gelten 30-40 unreife Beeren als tödlich.

Quelle: www.naturadb.de/pflanzen/solanum-dulcamara/

⚠️Nachtschatten / Schwarzer Nachtschatten (Solanum nigrum)

In den unreifen grünen Früchten ist der Giftgehalt des Schwarzen Nachtschattens am höchsten und nimmt während der Reife ab. Aber auch die reifen Früchte sollte man besser nicht essen.

  • Das Gift: Das Hauptgift ist das Steroidalkaloid Solanin. Der Gehalt an den dafür verantwortlichen und in allen Pflanzenteilen enthaltenen Alkaloiden – in diesem Fall Solanin, Solasonin, Solamargin und Chaconin – scheint jedoch sehr stark zu schwanken. Vermutlich ist er abhängig vom Klima und dem Boden, in dem die Pflanzen wachsen, sowie vom Alter. 
  • Die Wirkung: Er verursacht schwere Verdauungsstörungen, Schleimhautentzündungen, Atemnot und Krämpfe. Es reizt die Magen-Darm-Schleimhäute massiv und zerstört die roten Blutkörperchen.
  • Wichtig: Die unreifen, grünen Beeren enthalten am meisten Gift.
Weitere Informationen zum: SCHWARZEN NACHTSCHATTEN
⚠️Schwarzer Nachtschatten

Schwarzer Nachtschatten
Schwarzer Nachtschatten

Schwarzer Nachtschatten (Solanum nigrum) ist eine einheimisches einjähriges Kraut aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae), das eine Höhe von 20-80 Zentimetern erreicht.

Ihr Ursprung liegt in Eurasien, aber mittlerweile ist sie weltweit verbreitet und findet sich als typische Pionierpflanze auf Ruderalstellen, Brachen, Straßen- und Wegrändern wie auch in urbaner Umgebung und auf landwirtschaftlich genutzten Flächen.

  • Die Pflanze
Schwarzer Nachtschatten-Blatt
Schwarzer Nachtschatten-Blatt
Schwarzer Nachtschatten
Schwarzer Nachtschatten

Die runden oder schwach kantigen Triebe wachsen aufrecht oder aufsteigend und sind häufig schwarz überlaufen. Seine eiförmigen bis lanzettlichen Blätter sind ebenfalls auffallend dunkel gefärbt und haben ihn neben seinen schwarzen Beeren zu seinem Namen verholfen.

  • Die Bestäubung

Die Bestäubung des Schwarzen Nachtschattens erfolgt vor allem durch Schwebfliegen, Honigbienen und Hummeln. Unter den Wildbienen interessiert sich die Vierfleck-Pelzbiene (Anthophora quadrimaculata) für den nahrhaften Pollen. Für die Raupen von Schmetterlingen ist das giftige Gewächs als Raupenfutter uninteressant.

  • Die Samen

Vermehrt sich ausschließlich über Samen und kann sich an offenen Bodenstellen leicht selbst aussäen. Die Verbreitung erfolgt durch Vögel.

  • Die Früchte

Nach der Bestäubung der Blüten bilden sich  nach und nach die sechs bis zehn Millimeter großen, runden bis breit eiförmigen und zweikammerigen Beeren. Sie sind zuerst grün, später dunkelviolett bis schwarz, manchmal auch weiterhin grün gefärbt. Die Früchte des Schwarzen Nachtschattens sind 6-10 Millimeter große schwarze breit eiförmige Beeren mit bis zu 60 gelben Samen.

  • Das Gift

Im unreifen Zustand sind die Beeren hochgiftig, später kann sich der Anteil der toxischen Alkaloide verringern. Unreife Früchte und grüne Pflanzenteile enthalten Glykoalkaloide und sollten nicht verzehrt werden.

  • Die Heilpflanze

Schwarzer Nachtschatten ist eine alte Heilpflanze, die bereits in der Antike genutzt wurde und die in den mittelalterlichen Kräuterbüchern ausführliche Erwähnung findet. Seinerzeit nutzte man ihn vor allem gegen Gicht und rheumatische Beschwerden.

Heutzutage verwendet man ihn wegen der stark schwankenden Konzentrationen an Alkaloiden nicht mehr. Ungeachtet seines Status als Giftpflanze werden die Blätter und reifen Früchte in Afrika, Nordamerika und vielen asiatischen Ländern als Nahrungsmittel verwendet.

Quelle: www.naturadb.de/pflanzen/solanum-nigrum/

Bilder 39-42: Kartoffel, Knoblauch, Bittersüßer Nachtschatten und Schwarzer Nachtschatten

⚠️Narzisse oder Osterglocke (Narcissus)

Da Narzissen im Frühjahr oft in Gärten stehen oder als Osterdekoration im Haus genutzt werden, ist hier die Gefahr durch heruntergefallene Blätter oder unachtsamen Gartenauslauf besonders hoch.

  • Das Gift: Das Hauptgift Lycorin sitzt in der gesamten Pflanze, ist aber in der Zwiebel am höchsten konzentriert.
  • Die Wirkung: Führt zu heftigem Würgen, schwerem Durchfall, Krämpfen und lebensbedrohlichem Herzversagen.

⚠️Petersilie / Hundspetersilie (Aethusa cynapium) 

Die Hundspetersilie ist die einzige Art der Pflanzengattung Aethusa innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Die Hundspetersilie ist eine Giftpflanze. Alle Pflanzenteile sind stark giftig.

  • Das Gift: Die Hundspetersilie enthält ein giftiges Polyin-Gemisch, in der Hauptsache Aethusin.
  • Die Wirkung: Verursacht starken Speichelfluss, Magen-Darm-Krämpfe und fortschreitende Lähmungen.
  • Wichtig: Es besteht eine hohe Verwechslungsgefahr mit Speisepetersilie.
Weitere Informationen zur: HUNDSPETERSILIE
⚠️Hundspetersilie

Hundspetersilie
Hundspetersilie

Die Hundspetersilie ist eine einjährige krautige Pflanze mit Wuchshöhen von ca. 1,00 Meter. Sie bildet eine Pfahlwurzel aus und hat dunkelgrünes Laub.

  • Die Blüte
Hundspetersilie-Blatt
Hundspetersilie-Blatt

Die Hundspetersilie blüht im deutschsprachigen Raum von Juni bis September, teils noch Oktober. Der Blütenstängel bildet sich bereits im ersten Jahr. Sie blüht weiß.

  • Der Unterschied

Im Gegensatz zur glatten Petersilie ist der Geruch der Pflanze, besonders wenn sie zerrieben wird, eher unangenehm und die Blattunterseite stark glänzend. Die Hundspetersilie unterscheidet sich von der Gartenpetersilie durch weiße anstelle grüner Blütenstände, durch die Hüllblättchen an der Dolde und durch den Geruch.

  • Das Gift

Die Hundspetersilie enthält ein giftiges Polyin-Gemisch, in der Hauptsache Aethusin. Sie ist dafür verantwortlich, dass in Gärten in der Regel nur krausblättrige Petersilie angebaut wird, um Verwechslungen zu vermeiden.

  • Als Heilkraut

Früher nahm man „Wurzel“ und „Kraut“ als Beruhigungsmittel, den Saft gegen Harngrieß. Später habe man es vergessen.

  • Homöopathie

Die Homöopathie kennt Aethusa bei heftigem Erbrechen, aber auch bei Konzentrationsstörungen.

Quelle: www.naturadb.de/pflanzen/aethusa-cynapium/

⚠️Petersilie / Wald-Hundspetersilie (Aethusa cynapium subsp. elata)

Die Wald-Hundspetersilie ist eine hochwüchsige Unterart der Gemeinen Hundspetersilie aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Sie ist wie alle Formen der Hundspetersilie stark giftig

  • Das Gift: Enthält Gifte wie Aethusin und Polyine.
  • Die Wirkung: Verursacht brennen im Mund, Magen-Darm-Beschwerden mit Erbrechen, Sehstörungen, Krämpfe und im schweren Fall Lähmungserscheinungen.
  • Wichtig: Eine Verwechslung mit echter Petersilie ist wegen des Standorts im Wald seltener als bei der kleineren Acker-Form, aber dennoch gefährlich.
Weitere Informationen zur: WALD-HUNDSPETERSILIE
⚠️Wald-Hundspetersilie

Wald-Hundspetersilie
Wald-Hundspetersilie
Wird bis zu 1,50 bis 2,50 Meter hoch (deutlich größer als die auf Äckern wachsende Stammart). Im unteren Bereich kaum verzweigt, glatt, stielrund und oft leicht blau-grün bereift.
  • Die Blätter
Wald-Hundspetersilie-Blatt
Wald-Hundspetersilie-Blatt
Wald-Hundspetersilie
Wald-Hundspetersilie

Glänzende, dunkelgrüne, dreieckige und mehrfach gefiederte Laubblätter.

  • Die Blüten

Kleine weiße Blüten in Doppeldolden. Typisch sind die drei herabhängenden oder abstehenden kleinen Hüllchenblätter an den Randdolden (einseitig angeordnet). Blütezeit von Juni bis September.

⚠️Rhabarber (Rheum)

Rhabarber ist nicht grundsätzlich giftig, aber er enthält Oxalsäure. Diese Säure steckt vor allem in den ungenießbaren Blättern sowie in rohen Stängeln und kann in großen Mengen zu Vergiftungen führen.

  • Das Gift: Rhabarber enthält sehr viel Oxalsäure.
  • Die Wirkung: Die Oxalsäure schädigt massiv die Nieren und führt zu akutem Nierenversagen. Zudem greift sie die Schleimhäute an und entzieht dem Körper Kalzium. Der Verzehr kann zu schweren Magen- und Darmproblemen führen.
  • Wichtig: Rhabarber darf niemals gefüttert werden.

Bilder 44- 47: Narzisse, Hundspetersilie, Wald-Hundspetersilie und Rhabarber

⚠️Schneeglöckchen (Galanthus)

Schneeglöckchen ist der erste wichtige Nektarlieferant für Insekten im zeitigen Frühjahr. Es verbreitet sich mit Hilfe von Ameisen. Im Frühsommer verschwindet es und überwintert mit Zwiebel. Es ist eine duftende schöne Blume, die in allen Teilen giftig ist.

  • Das Gift: Das Hauptgift Lycorin sitzt in der gesamten Pflanze, ist aber in der Zwiebel am höchsten konzentriert.
  • Die Wirkung: Verursacht vermehrten Speichelfluss, Zittern, schweren Durchfall und Kreislaufprobleme.

⚠️Schnittlauch (Allium schoenoprasum)

Schnittlauch ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lauch (Allium). Schnittlauch wird als Gewürz verwendet und ist eine häufig vorkommende Kulturpflanze. Für viele Tiere ist er dagegen giftig

  • Das Gift: Die enthaltenen Disulfide zerstören die roten Blutkörperchen der Tiere.
  • Die Wirkung: Das führt zu schwerer Blutarmut (Heinz-Körper-Anämie) und Leberschäden. 

⚠️Schöllkraut (Chelidonium majus)

Das Schöllkraut ist eine Pflanzenart der Gattung Chelidonium der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae).

Der ätzende Milchsaft reizt Haut und Schleimhäute. Wenn man einen Stängel abbricht, tritt sofort ein sehr auffälliger, orange-gelber Milchsaft aus. Dieser Saft ist extrem bitter und stark ätzend. Auf Wiesen wächst es oft in der Nähe von Mauern oder Hecken.

  • Das Gift: Das Schöllkraut enthält eine Reihe von Alkaloiden Die wichtigsten sind Berberin, Chelerythrin, Chelidonin, Coptisin, Spartein, Chelidoxanthin und Sanguinarin. Die Alkaloide sind sowohl in den oberirdischen Teilen der Pflanze als auch in der Wurzel vorhanden. Im Herbst konzentrieren sie sich in der Wurzel, die dann hochgiftig wird.
  • Die Wirkung: Die Aufnahme führt zu schweren Entzündungen im Verdauungstrakt.

⚠️Stechapfel (Datura) 

Blätter und Blüten des Stechapfels ähneln denen der ebenfalls giftigen Engelstrompete, mit dem Unterschied, dass die trompetenförmigen Blüten des Stechapfels aufrecht stehen, bei der Engelstrompete hängen sie.

Bilder 48-51: Schneeglöckchen, Schnittlauch, Schöllkraut und Stechapfel

⚠️Tollkirsche (Atropa belladonna)

Die Schwarze Tollkirsche ist eine giftige Pflanzenart aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Die Schwarze Tollkirsche gilt als alte Zauberpflanze und ist seit dem Mittelalter als Heilpflanze bekannt.

  • Das Gift: Schwarze Tollkirsche enthält Tropan-Alkaloide (Atropin, Hyoscyamin, Scopalamin).
  • Die Wirkung: Kein Speichelfluss! Erhöhte Atemfrequenz, trockene Schleimhaut, Erweiterung der Pupille (Mydriasis), Sehstörungen, Erregung, Verdauungsstörungen, Erschlaffung der Muskulatur (Atonie), Krämpfe, Tod durch Atemlähmung.
  • Wichtig: Verwechslungsgefahr mit ähnlichen blauen Früchten (Heidelbeere, Schlehe).

⚠️Waldmeister (Galium odoratum)

Das enthaltene Cumarin beim Waldmeister entfaltet seine volle Wirkung vor allem beim Welken oder Trocknen der Pflanze. Es gehört wie das Wiesenlabkraut zu den Labkräutern, ist aber im Gegensatz zu diesem giftig.

  • Das GiftEnthält Cumarin und verursacht innere Blutungen.
  • Die Wirkung: Es blockiert die Vitamin-K-Synthese in der Leber, wodurch die Blutgerinnung gestoppt wird.

Bilder 52-53: Tollkirsche und Waldmeister

⚠️Wolfsmilch / Garten-Wolfsmilch (Euphorbia pepulus)

Die Garten-Wolfsmilch ist eine Pflanzenart aus der Gattung Wolfsmilch (Euphorbia) innerhalb der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae).

  • Das Gift: In der Garten-Wolfsmilch kommt Ingenolmebutat vor, das als Arzneistoff gegen z. B. die aktinische Keratose untersucht wird.
  • Die Wirkung: Die Symptome einer Vergiftung sind starke Schleimhautreizungen, Magen- Darmbeschwerden mit Krämpfen und oft blutigem Durchfall, Absinken der Körpertemperatur, Lähmungen, blutiger Harn und Kot, Taumeln, Leberschädigung und Herzrhythmusstörungen.
  • Wichtig:Die Pflanzen behalten auch im getrockneten Zustand ihre Giftwirkung. Frische Pflanzen werden aufgrund ihres scharfen Geschmacks meist von Tieren gemieden, nicht so jedoch im Heu. Nicht mit bloßen Händen berühren.
Weitere Informationen zur: GARTEN-WOLFSMILCH
⚠️Garten-Wolfsmilch

Garten-Wolfsmilch
Garten-Wolfsmilch

Die Garten-Wolfsmilch ist eine einjährige Pflanze, die Wuchshöhen von 5-20 Zentimetern erreicht und eher unscheinbar ist. Der aufrechte, oft vom Grund an verzweigte oder einfache Stängel ist rundlich, kahl und grün, aber manchmal rot überlaufen.

  • Die Blüte
Garten-Wolfsmilch-Blüte
Garten-Wolfsmilch-Blüte
Garten-Wolfsmilch
Garten-Wolfsmilch

Garten-Wolfsmilch hat eine lange Blühzeit: Die Blütezeit reicht meist von Juni bis Oktober. Sie hat gelbe Blüten. Die Blütezeit reicht von Juni bis November. Sie bringt nur geringe Mengen an Nektar und Pollen hervor.

  • Die Vermehrung

Die Samen werden bei Fruchtreife aus den dreiteiligen Spaltfrüchten herausgeschleudert und so verbreitet. Bei günstigen Bedingungen können auch zwei Generationen von Pflanzen in einem Jahr heranwachsen und fruchten.

  • Heilpflanze

In der Volksmedizin verwandte man den Milchsaft als Brech- und Abführmittel, was natürlich einer Vergiftung entsprach.

Quelle: Botanikus

⚠️Wolfsmilch / Sonnwend-Wolfsmilch (Euphorbia helioscopia)

Die Sonnwend-Wolfsmilch ist eine Pflanzenart in der Gattung Wolfsmilch (Euphorbia) innerhalb der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). Alle Wolfsmilch-Arten sind giftig!

  • Das Gift: Der Milchsaft der Wolfsmilch enthält das Triterpen-Gemisch Euphorbon. Das Gift kann äußerlich auf die Haut wirken, wobei es zu Blasenbildung kommt. 
  • Die Wirkung: Die Schleimhäute können durch das Gift angegriffen und zerstört werden, im Auge kann dies unter Umständen zur Erblindung führen. Innerlich bewirkt das Gift Erbrechen, Magenschmerzen und Durchfälle. Bei einer großen Giftmenge auch Kreislaufschädigung und Lähmungen.
  • Wichtig: Nicht mit den bloßen Händen berühren, immer Handschuhe tragen.
Weitere Informationen zur: SONNWEND-WOLFSMILCH
⚠️Sonnwend-Wolfsmilch

Sonnwend-Wolfsmilch
Sonnwend-Wolfsmilch
  • Die Pflanze

Die Sonnwend-Wolfsmilch ist eine einjährige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 40 Zentimetern erreichen kann,  die meisten Pflanzen werden jedoch nur 10 bis 20 cm hoch und bleiben unverzweigt oder verzweigen nur gering aus der Basis.

  • Die Blüte
Sonnwend-Wolfsmilch-Blüte
Sonnwend-Wolfsmilch-Blüte

Sonnwend-Wolfsmilch

Der Blütenstand bildet den umfangreichsten Teil der Pflanze. Hauptblütezeit ist von April bis Oktober. Die Blüten sind sehr klein und gelb und blühen teilweise bereits im Winter. Die Blüten sind der Sonne zugewandt.

  • Die Bestäubung

Die Bestäubung erfolgt vor allem durch Fliegen.

  • Die Vermehrung

Fruchtreife ist von Juli bis Oktober. Es findet auch Bildung von Samen ohne Befruchtung statt. Die dreiteiligen Spaltfrüchte zerfallen in drei „Kokken“, die sich durch einen Stoßmechanismus explosionsartig öffnen und die netzgrubigen Samen bis 2 m weit fortschleudern. Die Samen sind langlebig.

Vegetative Vermehrung ist durch Wurzelsprosse möglich. Die Art wurzelt bis 80 Zentimeter tief.

  • Wuchszeit

Die gesamte Vegetationsperiode liegt etwa zwischen März und November, die Blütezeit zwischen April und Oktober. Spätestens mit dem ersten Bodenfrost sterben sie ab.

Quelle: Wikipedia

⚠️Wolfsmilch / Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias)

Die Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias) ist eine Pflanzenart, die zur gleichnamigen Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) gehört.

  • Das Gift: Der weiße Milchsaft aller Wolfsmilchgewächse enthält krebserregende und stark Gewebe zerstörende Diterpenester.
  • Die Wirkung: Der Milchsaft ist stark ätzend und führt zu schweren Verätzungen im Maul sowie zu blutigem Durchfall. 
  • Wichtig: Nur mit Handschuhen anfassen.
Weitere Informationen zur: ZYPRESSEN-WOLFSMILCH
⚠️Zypressen-Wolfsmilch

Zypressen-Wolfsmilch
Zypressen-Wolfsmilch
  • Die Pflanze

Diese bläulichgrüne, mehrjährige Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 15 und 50 cm und hat dicht beblätterte Stängel. Es gibt an den Pflanzen meist zwei unterschiedlich aussehende Formen von Trieben. Die nichtblühenden Triebe sind tannenwedelartig „zypressenähnlich“ aussehend, wovon sich der Name ableitet.

  • Die Blüte
Zypressen-Wolfsmilch-Blätter
Zypressen-Wolfsmilch-Blätter
Zypressen-Wolfsmilch-Blüte
Zypressen-Wolfsmilch-Blüte

Während die tatsächlichen Blüten der Scheinblüten oder Cyathien winzig sind, fallen die gelbgrünen Hüllblätter sofort ins Auge. Sie sind miteinander verwachsen und etwas heller grün als die übrigen Blätter; mit der Zeit verfärben sie sich rot.

Die Hauptdolde (Scheindolde) ist vielstrahlig; Hochblätter der oberen Verzweigung sind nicht verwachsen, gelb und zuletzt rot. Die Kapselfrucht ist feinwarzig. Sie wurzelt bis 60 Zentimeter tief.

  • Die Blütezeit

Die Blütezeit liegt zwischen Mai und September. Vom späten Frühling bis in den Hochsommer hinein erscheinen an einigen der an Tannenzweigen erinnernden Triebe endständig die 2-5 Zentimeter breiten Scheindolden.

  • Die Samen

Wie bei den meisten der sehr vielen Wolfsmilch-Arten zerfallen die dreiköpfigen Kapselfrüchte explosionsartig durch einen Mechanismus, der die Samen von der Pflanze fortschleudert.

Zusätzlich besitzen die Samen auch einen Ölkörper, der die Ausbreitung durch Ameisen begünstigt.

  • Die Nektarquelle

Die unscheinbaren Blütenstände der Zypressen-Wolfsmilch bieten leicht zugänglichen Nektar und werden vor allem von Fliegen und Schwebfliegen besucht.

Für Schmetterlinge ist die Zypressen-Wolfsmilch sowohl als Nektarquelle als auch als Raupenfutterpflanze interessant. Zu den Arten, deren Raupen an Wolfsmilchgewächsen leben, gehören der Wolfsmilchschwärmer (Hyles euphorbiae), der Wolfsmilch-Glasflügler (Chamaesphecia empiformis) und der Wolfsmilch-Ringelspinner (Malacosoma castrensis).

Auch seltene Arten wie die Hofdame (Hyphoraia aulica) und der Spätsommer-Glasflügler (Chamaesphecia leucopsiformis) können die Pflanze nutzen.

  • Das Gift

Alle Pflanzenteile sind durch den Milchsaft stark giftig. Die Hauptwirkstoffe sind Diterpenester vom Ingenan-Typ, so genannte Cyparissiasfaktoren. Sie wirken stark irritierend auf die Haut und tumorpromovierend.

Bei Hautkontakt können sich schmerzhafte Blasen bilden. Wie auch bei anderen Wolfsmilch-Arten sollte der klebrige Milchsaft auf keinen Fall mit dem Auge in Berührung kommen. Er ist daraus nur schwer zu entfernen und es drohen gefährliche Bindehaut- und Hornhautentzündungen.

  • Die Heilpflanze

Dessen ungeachtet verwendete man die Zypressen-Wolfsmilch früher als Heilpflanze. Scammonium europaeum setzte man als radikales Brechmittel und Abführmittel ein.

Probieren sollte man das heutzutage lieber nicht, denn bei innerlicher Einnahme führt das Kraut zu Übelkeit mit Erbrechen und Durchfällen, Krämpfen, Kreislaufschwäche und Kollaps. Der Tod tritt nach zwei bis drei Tagen ein.

Quelle: www.naturadb.de/pflanzen/euphorbia-cyparissias/

Bilder 53-55: Garten-Wolfsmilch, Sonnwend-Wolfsmilch und Zypressen-Wolfsmilch

⚠️Winterling (Eranthis hyemalis)

Der Winterling gehört zu den Hahnenfußgewächsen und blüht oft noch vor den Schneeglöckchen im Februar/März.

  • Das Gift: Seine Knollen und Blätter enthalten herzwirksame Glykoside (Eranthin), die direkt das Herz-Kreislauf-System angreifen.
  • Die Wirkung: Verursacht schwere Herz-Kreislauf-Probleme, Atemnot und Magen-Darm-Störungen

⚠️Zierlauch (Allium-Arten)

Der Zierlauch enthält Stoffe, die die roten Blutkörperchen schädigen können. Blätter, Blüten, Stängel und die Zwiebeln im Boden sind giftig.

  • Das Gift: Zierlauch enthält die gleichen schwefelhaltigen Stoffe wie Zwiebeln, Knoblauch oder Schnittlauch.
  • Die Wirkung: Die Inhaltsstoffe zerstören die roten Blutkörperchen. Dies führt zu schwerer Blutarmut und Nierenproblemen.

⚠️Zwiebel (Allium cepa)

Die Gefahr bleibt gleich, egal ob die Zwiebel roh, gekocht, getrocknet oder als Pulver vorliegt.

  • Das Gift: Wie alle Lauchgewächse führt die Zwiebel durch die enthaltenen Disulfide zur Heinz-Körper-Anämie (Zerstörung der roten Blutkörperchen).
  • Die Wirkung: Zerstört die roten Blutkörperchen und führt zu Blutarmut (Anämie oder „Zwiebelanämie“).
  • Wichtig: Küchenzwiebeln (egal ob roh, gekocht oder getrocknet) dürfen niemals verfüttert werden.

56-58: Winterling, Zierlauch und Zwiebel

3. A-Z: Schwach bis mittelgiftig

Lord Giacomo Sinclair Girnigoe mit Beeren
Lord Giacomo Sinclair Girnigoe mit Beeren

🟡Acker-Gauchheil (Anagallis arvensis)

Das Acker-Gauchheil schmeckt bitter, weshalb Meerschweinchen es auf der Wiese meistens gemieden wird. 

  • Das Gift: Saponine und Bitterstoffe, besonders stark konzentriert in den Wurzeln.
  • Die Wirkung: Wenn es doch gefressen wird, reizt es die Schleimhäute von Magen und Darm. Führt zu Verdauungsstörungen, weichem Kot oder Durchfall. Größere Mengen können die Nieren belasten.

🟡Beinwell (Symphytum officinale) 

Beinwell enthält wechselnde Mengen von Pyrrolizidinalkaloiden, die (in hoher Dosierung und als Einzelsubstanz) leberschädigend und krebsauslösend wirken. Für Deutschland ist der Gebrauch als Heilpflanze nur unter Einschränkungen zugelassen.

  • Das Gift: Enthält sogenannte Pyrrolizidinalkaloide
  • Die Wirkung: Diese Stoffe schädigen auf Dauer die Leber.
  • Wichtig: Sie sollten Meerschweinchen daher nicht gezielt gefüttert werden.

🟡Borretsch (Borago officinalis) 

Borretsch ist eine einjährige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von bis zu 70 Zentimetern. Stängel und Laubblätter sind borstig behaart. Ein regelmäßiger Genuss von Borretsch ist nicht zu empfehlen. Ein gelegentlicher Verzehr gilt als unbedenklich, ebenso ein Verzehr der Blüten und Samen sowie des aus den Samen gepressten Borretschöls, da diese die erwähnten Alkaloide nicht oder nur in Spuren enthalten.

  • Das Gift: Enthält sogenannte Pyrrolizidinalkaloide.
  • Die Wirkung: Diese Stoffe schädigen auf Dauer die Leber.
  • Wichtig: Sie sollten Meerschweinchen daher nicht gezielt gefüttert werden.

🟡Farn (Polypodiopsida) 

Die meisten Echten Farne sind in unterschiedlichem Maße giftig für Haustiere und andere Tiere. Der Adlerfarn und der Wurmfarn gelten als extrem giftig und gefährlich für Weide- und Haustiere.

  • Das Gift: Farne enthalten Thiaminase (ein Enzym, das Vitamin B1 im Körper zerstört) sowie krebserregende Stoffe. 
  • Die Wirkung: Sie führen zu schweren Magen-Darm-Problemen und Krämpfen.

Bilder 59-62: Acker-Gauchheil, Beinwell, Borretsch und Farn

🟡Glücksbambus (Dracaena sanderiana)

Der Name täuscht, der Glücksbambus ist kein Bambus sondern eine Drachenbaum-Art. 

  • Das Gift:Die Pflanze enthält Saponine und andere Reizstoffe, die in allen Teilen (Blättern und Stängeln) vorkommen.
  • Die Wirkung: Wenn Meerschweinchen an den Blättern oder dem Stamm knabbern, zerstören die Saponine die roten Blutkörperchen. Zudem reizen sie die Magen-Darm-Schleimhäute massiv. Die Folge sind starker Speichelfluss, Erbrechen (bzw. Würgebewegungen, da Meerschweinchen nicht richtig erbrechen können), heftiger Durchfall und extreme Teilnahmslosigkeit.

🟡Gundermann (Glechoma hederacea)

Für Nagetiere der Gundermann er als schwach giftig bis unverträglich. Da er auf fast jeder Wiese wächst, rutscht beim Pflücken oft mal ein Blatt mit hinein. Er sollte keinesfalls gezielt oder in großen Mengen verfüttert werden.

  • Das Gift: Er enthält ätherische Öle und Bitterstoffe (Glechomin).  
  • Die Wirkung: In größeren Mengen reizt er die Schleimhäute von Magen und Darm und kann die Nieren belasten.

🟡Hundskamille (Anthemis) 

Die Hundskamille ist nicht akut lebensgefährlich, gilt aber in der Meerschweinchen-Ernährung als unverträglich und sollte aktiv gemieden werden. 

  • Das Gift: Anthecotulid (ein Bitterstoff) sowie haut- und schleimhautreizende ätherische Öle.
  • Die Wirkung: Die Hundskamille schädigt die Schleimhäute im Maul und im Magen-Darm-Trakt. Bei Verzehr größerer Mengen kann es zu Blähungen, Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall oder allergischen Reaktionen kommen.

🟡Natternkopf (Echium vulgare)

Der Natternkopf ist extrem raustachelig und steif behaart

  • Das Gift: Hauptwirkstoff: Pyrrolizidinalkaloide (PA) und Allantoin. Die enthaltenen Alkaloide sind chronisch leberschädigend
  • Die Wirkung: Wenn Meerschweinchen ihn fressen, spüren sie keine sofortige Vergiftung, aber die Leber wird bei wiederholter Aufnahme dauerhaft zerstört.
  • Wichtig: Wenn man sie ohne Handschuhe anfasst, pikst sie unangenehm. Er hat nichts im Sammelkorb zu suchen.

Bilder 63-66: Glücksbambus, Gundermann, Hundskamille und Natternkopf xxxx

🟡Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)

Typische Pflanze im Frühjahr ist das Scharbockskraut. Ab Mai bilden sich die Blätter zurück für das nächste Frühjahr. Das Scharbockskraut verändert seinen Giftgehalt im Laufe des Frühjahrs extrem. Vor der Blüte enthält es kaum Protoanemonin und wurde früher sogar von Menschen als Vitamin-C-Quelle im Salat gegessen.  
  • Das Gift: Hauptwirkstoff: Protoanemonin (wie bei allen Hahnenfußgewächsen) und Saponine.
  • Die Wirkung: Führt zu starker Schleimhautreizung im Maul und im gesamten Verdauungstrakt. Die Meerschweinchen bekommen Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall und verweigern das Futter.
  • Wichtig: Sobald die Pflanze blüht, steigt der Giftgehalt drastisch an! 

🟡Springkraut / Echtes Springkraut (Impatiens noli-tangere)

Das einjährige Echtes Springkraut erreicht Wuchshöhen von 30 bis 70 Zentimetern.

  • Das Gift: Die frischen, grünen Pflanzenteile enthalten Bitterstoffe, Gerbstoffe und Glykoside.
  • Die Wirkung: Der Verzehr in größeren Mengen führt zu Magen-Darm-Beschwerden, starkem Speichelfluss, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Weitere Informationen zum: ECHTEN SPRINGKRAUT
🟡Echtes Springkraut

Echtes Springkraut
Echtes Springkraut
  • Die Pflanze

Das einjährige Echte Springkraut erreicht eine Wuchshöhe von bis zu einem Meter, entfaltet seine ganze Größe und Pracht allerdings erst im Juli.

Als einzige Art aus der Gattung der Springkräuter, die weltweit 500-600 Arten umfasst, ist das Echte Springkraut ursprünglich in Mitteleuropa zu Hause. Neben dieser heimischen Art haben sich in Berlin seit Mitte des 19. Jahrhunderts weitere Springkräuter angesiedelt, die als Zierpflanzen eingeführt wurden und verwilderten, wie beispielsweise das Kleine Springkraut aus Mittelasien und das Drüsige Springkraut aus Ostasien.

Aktuell sind beständige Vorkommen der Art nur noch im Norden von Berlin im Bezirk Pankow bekannt.

  • Die Blüte
Echtes Springkraut-Blüte
Echtes Springkraut-Blüte
Echtes Springkraut-Blatt
Echtes Springkraut-Blatt

Von Juli bis August sind die auffallenden, kräftig gelben Blüten zu beobachten.

Das untere Kronenblatt stellt einen idealen Insektenlandeplatz dar, auf dem die für die Bestäubung wichtigen Hummeln gut landen können.

  • Die Samen

Das als „Rühr-mich-nicht-an“ bekannte Echte Springkraut zeichnet sich durch einen besonderen Schleudermechanismus zur Verbreitung seiner Samen aus.

Bei Berührung der keulenförmigen Kapseln werden die Samen explosionsartig bis zu 7 Meter weit katapultiert.

  • Die Heilpflanze

Bis in das 19. Jahrhundert hinein wurde das Kraut zur Auswaschung von Wunden verwendet, was aufgrund eines antimikrobiellen Inhaltsstoffs möglicherweise sogar Wirkung zeigte.

Auch heute finden Extrakte der Pflanze in Kosmetikartikeln Verwendung. Kraut und Blüten.

Quelle: stiftung-naturschutz.de/aktuelles/pflanze-des-monats/echtes-springkraut

🟡Springkraut / Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)

In Europa wird das Drüsige Springkraut vielerorts als invasiver Neophyt bekämpft, da es als Bedrohung für andere Pflanzenarten oder ganze Pflanzengesellschaften in deren Lebensraum betrachtet wird.

Es ist eine einjährige Pflanze. Sie ist wenig verzweigt und wird bis über 2,5 Meter hoch,

  • Das Gift: Hauptwirkstoff: Scharfstoffe und Bitterstoffe.
  • Die Wirkung: Im frischen Zustand führt das Kraut zu Schleimhautreizungen im Magen-Darm-Trakt. In größeren Mengen kommt es zu Erbrechen (Würgen) und Durchfall.
  • Wichtig: Nach dem vollständigen Trocknen verliert das Springkraut einen Großteil seiner Wirkung, sollte aber trotzdem nicht absichtlich gesammelt werden.
Weitere Informationen zum: DRÜSIGEN SPRINGKRAUT
🟡Drüsiges Springkraut

Drüsiges Springkraut
Drüsiges Springkraut
  • Die Blüte

Die purpurroten, rosafarbenen oder weißen, stark süßlich duftenden Blüten sind 3 bis 4 Zentimeter lang und stehen an einem schlanken Blütenstiel.

Die Blütezeit reicht ungefähr von Juni bis Oktober (spätestens bis zum ersten Frost). An einer Pflanze sind oft gleichzeitig Knospen, Blüten und reife Kapselfrüchte vorhanden.

  • Der Samen
Drüsiges Springkraut-Blatt
Drüsiges Springkraut-Blatt
Drüsiges Springkraut-Pollen
Drüsiges Springkraut-Pollen

Durch einen Schleudermechanismus, der schon durch Regentropfen ausgelöst werden kann, schleudern die Früchte ihre Samen bis zu 7 Meter weit weg

Eine Pflanze produziert etwa 1600 bis 4300 Samen, deren Keimfähigkeit (etwa 80 Prozent) mehrere Jahre erhalten bleibt. In Reinbeständen können bis zu 32.000 Samen pro Quadratmeter Boden auftreten.

Die Kapselfrüchte schleudern, wenn sie reif sind, auf kleinsten Druck oder Erschütterung die Samen heraus. Dabei sind die Seiten der Kapselfrucht elastisch und rollen sich wie winzige, sich windende Schlangen zurück.

  • Die Heilpflanze

Alle Arten der Springkrautpflanzen sind in frischem Zustand leicht giftig. In manchen Regionen verwendet man diese Pflanzenart in hoher Dosierung als Brechmittel, in geringer Dosierung als harntreibenden Tee.

Quelle: Wikipedia

🟡Wachtelweizen (Melampyrum pratense) 

Der Wachtelweizen schmeckt durch seine Inhaltsstoffe sehr bitter, weshalb er von den Tieren auf der Wiese meistens instinktiv ignoriert wird.
  • Gift: Der Wachtelweizen ist leicht bis mittelschwer giftig, da die Pflanze den Giftstoff Aucubin (ein IridoideGlykosid) enthält.
  • Wirkung: Bei einer versehentlichen Aufnahme größerer Mengen (oder wenn die reifen Samen gefressen werden) wirkt das Gift halboffen auf das Nervensystem und die Nieren. Es kann zu Verdauungsstörungen, Mattheit und im Extremfall zu Nierenschäden führen.

Bilder 67-70: Scharbockskraut, Echtes Springkraut, Drüsiges Springkraut und Wachtelweizen

🟡Waldrebe (Clematis vitalba)

Da die Waldrebe extrem bitter und brennend schmeckt, fressen Meerschweinchen sie in der Regel nicht freiwillig an.

  • Das Gift: Im Heu (Getrocknet): Komplett ungiftig. Alle Pflanzenteile (Blätter, Blüten, Stängel) enthalten den Giftstoff Protoanemonin. Beim Trocknen wandelt sich das flüchtige Protoanemonin in das harmlose Anemonin um. Gelangen versehentlich Blätter ins Heu, droht keine Gefahr.
  • Der Wirkstoff: Der Verzehr frischer Pflanzenteile führt zu Schleimhautreizungen im Maul, Speichelfluss, Entzündungen der Mundschleimhaut und Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall. In extrem großen Mengen kann es zu Störungen des Nervensystems kommen. Nimmt ein Meerschweinchen größere Mengen auf, kann das Gift die Nieren schädigen, zu Lähmungen des Nervensystems und im schlimmsten Fall zum Atemstillstand führen.
  • Wichtig: Experten wie die Meerschweinchenwiese stufen sie im Auslauf als weitgehend unbedenklich ein!

🟡Windröschen (Anemone ranunculoides) 

Das Windröschen ist in allen frischen Teilen schwach bis mäßig giftig für Tiere. Es gehört zu den Hahnenfußgewächsen. Sie werden im frischen Zustand meist komplett verschmäht. 

  • Das Gift: Die Pflanze enthält Protoanemonin.
  • Die Wirkung: Bei der Aufnahme von frischen Pflanzenteilen kommt es zu Magen-Darm-Beschwerden mit Übelkeit, starkem Speicheln, Erbrechen und Durchfall. Frischer Pflanzensaft reizt die Haut und Schleimhäute. Es kann zu Rötungen, Schwellungen und Bläschenbildung kommen
  • Besonderheit: Im getrockneten Zustand (zum Beispiel im Heu) zerfällt das instabile Protoanemonin zu ungiftigem Anemonin, wodurch getrocknetes Material als unbedenklich gilt

Bilder 71-72: Waldrebe und Windröschen

Weitere Artikel zu diesem Thema demnächst:
→ Giftkräuter und ihre Doppelgänger

4. Der Notfall Vergiftung

4.1. Typische Symptome einer Vergiftung

Achte auf diese Warnzeichen, um dem Tierarzt am Telefon Auskunft zu geben:

  • Starker Speichelfluss oder Schaum am Maul,
  • Apathie, Teilnahmslosigkeit oder plötzliche Schwäche
  • Zittern, Krämpfe oder Lähmungserscheinungen
  • Atembeschwerden oder sehr schnelle Flankenatmung
  • Aufgeblähter Bauch oder akuter Durchfall.

Bei einer Vergiftung zählt jede Minute. Beim Tierarzt anrufen, bevor man losfährt, damit die Praxis alles für den Notfall vorbereiten kann.

Wenn der Haustierarzt geschlossen hat, wende dich sofort an eine Notstation. Für erste Informationen zu Giftstoffen kann auch die humanmedizinischen Giftnotrufe kontaktiert werden (viele beraten auch bei Haustieren):

  • Giftnotruf Berlin: +49 (0) 30 19240 (24 Stunden erreichbar)
  • Giftnotruf München: +49 (0) 89 19240 (24 Stunden erreichbar)
  • Tierklinik-Notdienst: Suche sofort nach der nächsten geöffneten Tierklinik in der Nähe.

🔍 Erste-Hilfe-Schritte: Was du jetzt tun musst

1Die Vorbereitung

  • Futter wegräumen und sichern.
  • Entferne sofort alle Futterreste aus dem Gehege.
  • Das Tier darf nichts mehr von den Kräutern fressen.
  • Nehme Reste der gefressenen Pflanze mit zum Tierarzt.
  • Mache alternativ ein scharfes Foto der Pflanze. Das hilft dem Arzt, das richtige Gegengift zu finden.

2Kein Erbrechen herbeiführen

Wichtig: Meerschweinchen können sich rein biologisch nicht erbrechen.
Versuche niemals, das Tier zum Erbrechen zu bringen. Das ist lebensgefährlich.

3Keine Zwangsfütterung

  • Solange der Verdacht auf eine Vergiftung besteht, darf kein Päppelbrei gegeben werden, um den Magen-Darm-Trakt nicht weiter zu belasten.
  • Gebe keine Hausmittel wie Milch oder Öl.
  • Diese Mittel beschleunigen die Aufnahme von Gift im Körper oft noch.

4Schock-Prophylaxe

Das Tier warmhalten (z.B. Snuggle Safe oder handwarme Wärmflasche), da der Kreislauf bei Vergiftungen schnell wegbricht.

5Transport vorbereiten

  • Setze das Meerschweinchen in eine Transportbox.
  • Polstere die Box mit Handtüchern aus.
  • Halte das Tier warm.
  • Rufe den Tierarzt an!

💡 Erfahrene Halter können nach Absprache mit dem Tierarzt zwei Dinge im Haus haben:

Medizinische Kohle (Aktivkohle): Kann in Wasser aufgelöst gegeben werden, um Gifte im Magen-Darm-Trakt zu binden (Dosierung immer vorab mit dem Tierarzt klären!).
Simeticon / Dimeticon: Gegen akute Aufgasungen, die oft als Begleitsymptom von Vergiftungen auftreten.

4.2. Die drei größten Mythen bei Meerschweinchen-Vergiftungen

Wenn Halter in Panik geraten, machen sie oft Fehler.

Mythos 1: „Einfach Erbrechen herbeiführen.“

  • Meerschweinchen besitzen einen Magen mit einem sehr schwachen Muskelventil. Sie können sich rein biologisch nicht erbrechen. Versuche, dies zu erzwingen, führen zum Tod.

Mythos 2: „Milch hilft gegen Gift.“

  • Milch bewirkt das Gegenteil. Das Fett in der Milch sorgt oft dafür, dass fettlösliche Gifte noch schneller im Darm aufgenommen werden. Zudem vertragen Meerschweinchen keine Laktose.

Mythos 3: „Meerschweinchen wissen instinktiv, was giftig ist.“

  • Das gilt nur bedingt für Wildtiere. Unsere Haustiere haben diesen Instinkt weitgehend verloren. Besonders junge oder neugierige Tiere knabbern alles an.

5. Gefahr im Heu

5.1. So erkennst du Jakobskreuzkraut im Heu

Wenn das Kraut getrocknet und gepresst ist, verliert es seine auffällige gelbe Farbe. Achte beim Aufschütteln des Heus gezielt auf diese drei Merkmale:

  • Die Blütenköpfe: Getrocknete Blüten von Jakobskreuzkraut behalten oft eine schmutzig-gelbe oder bräunliche Farbe. Sie sehen aus wie winzige, vertrocknete Gänseblümchen oder Astern.
  • Die Stängel: Sie sind auffällig dick, kantig, oft rötlich-lila verfärbt und im Vergleich zu normalen Grashalmen sehr starr und holzig.
  • Die Blätter: Die Blätter sind stark zerzaust und tief gefiedert (sie erinnern im getrockneten Zustand fast ein bisschen an krause Petersilie oder verknitterten Löwenzahn).

5.2. Tipps für den sicheren Heukauf

Giacomo im Heu
Bild: Lord Giacomo Sinclair Girnigoe auf dem Arm (Foto mit Vorlage vom Originalfoto mit KI erstellt)

Weil man im dicht gepressten Heuballen unmöglich jeden Halm kontrollieren kann, schützt du deine Tiere am besten über die richtige Auswahl beim Kauf:

  • Schnittzeitpunkt hinterfragen: Jakobskreuzkraut blüht ab Juni/Juli. Heu vom 1. Schnitt (Mai/Anfang Juni) ist wesentlich sicherer, da die Pflanze zu diesem Zeitpunkt meist noch eine kleine, bodennahe Blattrosette ohne hohe Stängel und Blüten ist.
  • Auf zertifizierte Hersteller setzen: Große Marken für Kleintierfutter oder spezialisierte Heu-Onlineshops (z. B. Onlineshops für Pferdeheu) werben oft explizit damit, dass ihre Wiesen regelmäßig kontrolliert und frei von Jakobskreuzkraut gehalten werden.
  • Kein Heu von Straßenrändern: Kaufe niemals billiges Heu von unklaren Quellen, die an Weg- oder Straßenrändern mähen. Dort breitet sich das Jakobskreuzkraut mangels Pflege besonders schnell aus.

5.3. Was tun, wenn du etwas Verdächtiges findest?

Wenn du beim Füttern holzige, gelb-braun blühende Pflanzenteile entdeckst, wirf diese großzügig weg. Du musst nicht panisch den ganzen Ballen entsorgen, aber es lohnt sich, das Heu aus dieser Charge vor dem Verfüttern immer kurz mit den Händen aufzuschütteln und grob durchzusehen.

In eigener Sache

Bei manchen der hier vorgestellten Giftkräutern gibt es unterschiedliche Meinungen wegen der Giftigkeit. Ich habe mich im Ernstfall für die giftigere Rubrik und Bezeichnung entschieden.

Da meine Meerschweinchen etwas fotoscheu sind, habe ich Originalfotos als Grundlage genommen und mit Hilfe der KI Fotos erstellt.

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Autor

Marion Klüter
Marion ist Multimedia-Fachfrau. Sie unterhält zwei Blogs mit unterschiedlichen Schwerpunkten, da sich Wut und Kreativität nicht vertrugen. Gemeinsam mit Michael Klüter besucht und fotografiert sie leidenschaftlich Lost Places. Ihre Kreativität beschränkt sich nicht nur auf die Malerei, sie bastelt auch gerne. Ihre zweite Leidenschaft ist der Garten. Dort kann sie sich mit Hund und Verlobtem neben der Arbeit austoben.

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