Die Welt der Giftkräuter und Giftpflanzen für Meerschweinchen
Unter den Heilkräutern verbirgen sich ähnliche Giftkräuter und Giftpflanzen. Wenn man sich nicht sicher ist, lieber nicht füttern!
Schädlich und giftig!

Diese Pflanzen niemals verfüttern, da sie zu schweren Vergiftungen oder Organschäden (Leber, Nieren) führen können. Ich habe die Giftkräuter noch um Giftpflanzen erweitert.
1. A-Z: Hochgradig giftig / Tödlich
Die meisten Nachtschattengewächse enthalten natürliche Giftstoffe wie Alkaloide. Die Solanaceae sind nicht nur Freunde der Küche, sondern auch Meister der Giftmischung.
In kleinen, genau dosierten Mengen können sie medizinisch wertvoll sein – etwa als schmerzlindernde oder krampflösende Mittel. Doch die Grenze zwischen Heilung und Vergiftung ist hier besonders schmal.
Ob eine Pflanze gefährlich ist, hängt vom Reifegrad und dem Pflanzenteil ab.
Quelle: einrichtungsbeispiele.de/artikel/nachtschattengewaechse
💀Aronstab (Arum)
Im Sommer trägt der Aronstab auffällige, rote Beeren, die für Tiere im Garten eine große Gefahr darstellen.
- Das Gift: Die Pflanze enthält scharfe Calciumoxalat-Kristalle (Scharfstoffe) und lösliche Oxalate.
- Die Wirkung: Führt zu massiven Reizungen und Schwellungen der Schleimhäute im Maul und Rachen, was die Atmung schwer beeinträchtigt und zu Lähmungen führen kann. Das Knabbern führt zu sofortigem, extremem Brennen im Maul, starkem Speichelfluss und Schleimhautschwellungen.
💀Bilsenkraut (Hyoscyamus niger)
Das Bilsenkraut zählt wie Tollkirsche und der Stechapfel zu den Nachtschattengewächsen.
- Das Gift: Enthält die gleichen Tropanalkaloide (Scopolamin, Hyoscyamin).
- Die Wirkung: Es blockiert das Nervensystem, führt zu Herzrasen, dem völligen Stillstand der Verdauung und Atemlähmung.
💀Blauregen (Wisteria)
Der Blauregen ist eine der gefährlichsten Garten-Kletterpflanzen.
- Das Gift: Der Blauregen enthält eine Kombination aus schädlichen Alkaloiden, dem Harzstoff Wisterin und hochgiftigen Lektinen. An der Pflanze ist alles giftig – Wurzeln, Rinde, Blätter und Blüten. Die höchste Konzentration an Gift steckt jedoch in den Samen und den Bohnenhülsen, die sich im Spätsommer und Herbst bilden.
- Die Wirkung: Bei Meerschweinchen sind schwerste Vergiftungen und Todesfälle durch diese Pflanze dokumentiert. Bereits das Knabbern an Rinde oder Blättern führt zu heftigem Speichelfluss, Erbrechen, schweren Magen-Darm-Krämpfen, blutigem Durchfall, Kreislaufkollaps und Herzbeben.
- Vorsicht: Beim Auslauf im Garten oder wenn Zweige von Gartenarbeiten herumliegen, auf die weit fliegenden Samen achten!
💀Buchsbaum (Buxus Sempervirens)
Der Buchsbaum ist hochgiftig für Meerschweinchen.
- Das Gift: Die enthaltenen Alkaloide (vor allem Cyclobuxin D) schädigen das zentrale Nervensystem massiv. Der Tod tritt durch Lähmung der Atemmuskulatur und Herzstillstand ein.
- Die Wirkung: Bereits die Aufnahme kleinster Mengen kann innerhalb kürzester Zeit zum Herzstillstand führen.
- Vorsicht: beim Auslauf im Garten oder wenn Zweige von Gartenarbeiten herumliegen!
Bilder 1-4: Aronstab, Bilsenkraut, Blauregen und Buchsbaum
💀Christrose oder Schneerose (Helleborus niger)
Da die Christrose oder Schneerose im Winter blüht (wenn auf den Wiesen kaum etwas Grünes wächst), ist die Gefahr der Verwechslung nicht hoch.
- Das Gift: Enthält herzwirksame Glykoside (Hellebrin) und Protoanemonin.
- Die Wirkung: Verursacht extremen Speichelfluss, schweres Würgen, Durchfall, Lähmungen und Herzstillstand.
- Vorsicht: Gefahr bei freiem Gartenauslauf.
💀Eibengewächse (Taxus)
Eibengewächse sind hochgiftig für Meerschweinchen.
- Das Gift: Das Gift Taxin lähmt den Herzmuskel der Tiere fast augenblicklich.
- Die Wirkung: Der Tod tritt oft so schnell (innerhalb von Minuten) ein, dass vorher kaum Symptome sichtbar sind.
- Wichtig: Bis auf den roten Samenmantel sind alle Teile (Nadeln, Rinde, Holz) hochgradig tödlich Eibe.
💀Goldregen (Laburnum)
Der Goldregen steht zu Recht auf der Liste der gefährlichsten Gehölze.
- Das Gift: Das enthaltene Cytisin wirkt ähnlich wie Nikotin und führt zu schnellem Atemstillstand.
- Die Wirkung: Nach dem Fressen zeigt das Meerschweinchen Vergiftungserscheinungen wie starkes Zittern, Krämpfe, Speichelfluss, Kreislaufprobleme, Muskelzucken und schwere Atemnot. Der Zustand verschlechtert sich rasch; je nach Menge kann der Tod schon nach kurzer Zeit durch eine Lähmung der Atemmuskulatur eintreten.
Bilder 5-7: Christrose, Eibengewächse und Goldregen
Die Rote Liste bei Pflanzen ist ein wissenschaftliches Verzeichnis, das den Gefährdungsgrad von heimischen Pflanzenarten, Unterarten und Varietäten erfasst.
Fast ein Drittel der heimischen Wildpflanzen stehen in Deutschland auf der Roten Liste gefährdeter Arten.
Quelle: nabu
💀Eisenhut / Blauer Eisenhut (Aconitum napellus)
Der Blaue Eisenhut ist die giftigste Pflanze Europas. Führt schon bei Hautkontakt oder minimalem Verzehr zum Herz- und Atemstillstand.
- Das Gift: Aconitin stört die Natriumkanäle der Nervenzellen, was zunächst zu einer Übererregung und danach zu Lähmungen führt.
- Die Wirkung: Starker Speichelfluss und Unruhe, Krämpfe und Muskelzittern, Durchfall, Herzrhythmusstörungen, aufsteigende Lähmungen (beginnend im Gesicht), Tod durch Atemlähmung oder Herzversagen.
💀Eisenhut / Bunter Eisenhut (Aconitum variegatum)
Der Bunte Eisenhut enthält in allen Pflanzenteilen Talatisamin, ein Alkaloid, das dem Aconitin ähnelt. Dadurch dürfte die Pflanze ähnlich giftig wie der Blaue Eisenhut sein.
Eine Besonderheit bei Aconitum variegatum ist die Blütenknospe, die während ihrer Entwicklung mit einer wässrigen Flüssigkeit gefüllt ist. In diesem Miniaturgewässer (Phytotelm) leben für einige Tage Hefen.
- Das Gift: Aconitin stört die Natriumkanäle der Nervenzellen, was zunächst zu einer Übererregung und danach zu Lähmungen führt.
- Die Wirkung: Starker Speichelfluss und Unruhe, Krämpfe und Muskelzittern, Durchfall, Herzrhythmusstörungen, aufsteigende Lähmungen (beginnend im Gesicht), Tod durch Atemlähmung oder Herzversagen.
💀Eisenhut / Wolfs-Eisenhut (Aconitum lycoctonum subsp. vulparia)
Der Wolfs-Eisenhut ist wie alle Aconitum-Arten durch den Gehalt an Alkaloiden sehr giftig.
- Das Gift: Im Gegensatz zu vielen anderen Arten der Pflanzengattung produziert Aconitum vulparia kein Aconitin. Dafür ist auch hier eine ganze Reihe von neurotoxischen Alkaloiden vorhanden.
- Die Wirkung: Starkes Erbrechen und Durchfall, Schweißausbrüche und Blutdruckabfall, heftige Krämpfe und Schmerzen. Herzrhythmusstörungen, Tod durch Atemlähmung oder Herzversagen.
Bilder 8-10: Blauer Eisenhut, Bunter Eisenhut und Wolfs-Eisenhut
Die Giftpflanze des Jahres wird seit 2005 jedes Jahr vom Botanischen Sondergarten in Hamburg-Wandsbek präsentiert. Sie wird in öffentlicher Abstimmung gewählt.
Der Aufruf zur ersten Wahl erfolgte im November 2004.
Pflanzen, die zur Giftpflanze des Jahres gewählt wurden, werden für ein Jahr besonders vorgestellt.
Auf einer Vorschlagsliste stehen Pflanzen mit Giftwirkung zur Auswahl. Jedermann kann zusätzliche Kandidaten vorschlagen.
Die meistgenannten Vorschläge werden ab dem 1. Juni eines jeden Jahres zur Wahl nominiert.
Quelle: Wikipedia
💀Fingerhut / Roter Fingerhut (Digitalis purpurea)
Der Rote Fingerhut ist Heil- und Giftpflanze zugleich. Der Rote Fingerhut wurde zur Giftpflanze des Jahres 2007 gewählt.
- Das Gift: Enthält Herzglykoside.
- Die Wirkung: Diese wirken direkt auf das Herz-Kreislauf-System und führen zu schweren Rhythmusstörungen, Krämpfen und Herzversagen.
💀Fingerhut / Großblütiger Fingerhut (Digitalis grandiflora)
Der Großblütige Fingerhut ist Heil- und Giftpflanze zugleich.
- Das Gift: Enthält Herzglykoside. Die Pflanze ist in allen Teilen durch Cardenolide giftig.
- Die Wirkung: Diese wirken direkt auf das Herz-Kreislauf-System und führen zu schweren Rhythmusstörungen, Krämpfen und Herzversagen.
💀Fingerhut / Gelber Fingerhut (Digitalis lutea)
Der Gelbe Fingerhut ist Heil- und Giftpflanze zugleich.
- Das Gift: Enthält Herzglykoside. Die Pflanze ist in allen Teilen durch Cardenolide giftig.
- Die Wirkung: Diese wirken direkt auf das Herz-Kreislauf-System und führen zu schweren Rhythmusstörungen, Krämpfen und Herzversagen.
Bilder 11-14: Fingerhut, Roter Fingerhut, Großblütiger Fingerhut und Gelber Fingerhut
💀Hecken-Kälberkropf oder Taumel-Kälberkropf (Chaerophyllum temulum)
Der Hecken-Kälberkopf ist für Meerschweinchen giftig.
- Das Gift: Das Polyin Falcarinol sowie das haerophyllin) sind die Hauptgifte.
- Die Wirkung: Führt zu Pupillenerweiterung, heftigem Durchfall, Lähmungserscheinungen der Beine, Krämpfen und bei größeren Mengen zum Tod.
💀Herbstzeitlose oder Herbstlilie (Colchicum autumnale)
Die Herbstzeitlose wird als eine der giftigsten Pflanzen Europas bezeichnet.
- Das Gift: Enthält das Gift Colchicin.
- Die Wirkung: Schon kleinste Mengen führen zu schwerstem Organversagen (Leber, Nieren).
- Wichtig: Das Gift bleibt auch in getrocknetem Heu voll wirksam und lebensgefährlich.
💀Jakobskreuzkraut (Jacobaea vulgaris)
Neuere tiermedizinische Studien zeigen, dass Meerschweinchen eine bemerkenswerte Toleranz gegenüber Pyrrolizidinalkaloiden besitzen und das Kraut meist ohne sichtbare Vergiftungssymptome verdauen. Man sollte das Jakobskreuzkraut trotzdem strikt meiden.
- Das Gift: Enthält Pyrrolizidinalkoide.
- Die Wirkung: Soll unheilbare Leberschäden verursachen. Da sich das Gift im Körper anreichert, ist die Wirkung schleichend. Im Heu wird es oft unbemerkt mitgefressen.
Bilder 15-17: Hecken-Kälberkropf, Herbstzeitlose und Jakobskreuzkraut
In den letzten Jahrhunderten sind neue Pflanzenarten nach Europa gekommen. Die meisten dieser Neophyten machen keine Probleme. Aber einige verbreiten sich rasant und aggressiv. So werden sie für einheimische Arten zur Bedrohung.
Sie werden als invasive Arten bezeichnet. Im Recht der Europäischen Union gibt es umfassende Verbote und Vorschriften für „invasive gebietsfremde Arten“.
Quelle: Mein schöner Garten
💀Lupine / Echte Wilde Lupine (Lupinus perennis)
Lupinen sind eine Gattung aus der Familie der Schmetterlingsblütler (Fabaceae). Insgesamt umfasst die Gattung etwa 200 verschiedene Arten, von denen es auch weniger gefährliche Arten gibt.
Im Garten sind überwiegend Zuchtformen der mehrjährigen Stauden-Lupine zu finden. Lupinen können je nach Art bis zu drei Meter hoch werden.
- Das Gift: Alle Teile – Blätter, Blüten und besonders die Samen in den Hülsen – sind extrem giftig. Das liegt an den sogenannten Alkaloiden (wie Lupanin)
- Die Wirkung: Diese Stoffe schädigen das Nervensystem, führen zu schweren Lähmungen, Atemnot und im schlimmsten Fall zum schnellen Tod durch Atemstillstand.
- Wichtig: Jede selbst gepflückte Lupine wird auf der Wiese als HOCHGRADIG GIFTIG behandelt und niemals verfüttert!
💀Lupine / Garten-Lupine oder Vielblättrige Lupine (Lupinus polyphyllus)
Im Garten sind überwiegend Zuchtformen der mehrjährigen Garten-Lupine zu finden. Lupinen können je nach Art bis zu drei Meter hoch werden.
- Das Gift: Alle Teile – Blätter, Blüten und besonders die Samen in den Hülsen – sind extrem giftig. Das liegt an den sogenannten Alkaloiden (wie Lupanin)
- Die Wirkung: Diese Stoffe schädigen das Nervensystem, führen zu schweren Lähmungen, Atemnot und im schlimmsten Fall zum schnellen Tod durch Atemstillstand.
- Wichtig: Jede selbst gepflückte Lupine wird auf der Wiese als HOCHGRADIG GIFTIG behandelt und niemals verfüttert!
💀Lupine / Schmalblättrige Lupine (Lupinus angustifolius)
Die Schmalblättrige Lupine ist extrem giftig. Der manchmal verwendete Trivialname Blaue Lupine kann irreführend sein, da auch weißblühende Varianten existieren und die zugelassenen Züchtungen überwiegend weißblühend sind.
- Das Gift: Alle Teile – Blätter, Blüten und besonders die Samen in den Hülsen – sind extrem giftig. Das liegt an den sogenannten Alkaloiden (wie Lupanin)
- Die Wirkung: Diese Stoffe schädigen das Nervensystem, führen zu schweren Lähmungen, Atemnot und im schlimmsten Fall zum schnellen Tod durch Atemstillstand.
- Wichtig: Jede selbst gepflückte Lupine wird auf der Wiese als HOCHGRADIG GIFTIG behandelt und niemals verfüttert!
Bilder 18-20: Echte Wilde Lupine, Garten-Lupine und Schmalblättrige oder Blaue Lupine
💀Maiglöckchen (Convallaria majalis)
Die Giftpflanze des Jahres 2014. Glockenförmige Blüten in weiß mit tollem Duft kennzeichnen das Maiglöckchen neben den beiden aus einem Stiel wachsenden typischen Blättern.
Während die Blüte im Mai stattfindet, bilden sich im Sommer (um den August herum) aus diesen (sofern befruchtet) rote Beeren mit Samen. Diese werden gerne von Vögeln gefressen, die damit zur Ausbreitung der Maiglöckchen beitragen.
- Das Gift: Die enthaltenen Glykoside belasten das Herz stark.
- Die Wirkung: Kreislaufkollaps, Erbrechen und Durchfall.
- Wichtig: Auch die Beeren sind wie die Pflanze selbst giftig!
💀Oleander (Nerium oleander)
Oleander ist giftig für Meerschweinchen und Menschen. Er ist in allen Pflanzenteilen stark giftig, in den Blättern ist die Giftkonzentration am höchsten.
- Das Gift: Oleander enthält verschiedene giftige Glykoside (Neriin, Nerianthin, Pseudocurrarin oder Rosaginin). Mit das stärkste Gift darunter trägt sogar seinen Namen: Das Oleandrin ist ein sogenanntes Herzglykosid, das in seiner Wirkung vergleichbar ist mit Digitalis.
- Die Wirkung: Führt zu Herzrhythmusstörungen und Herzstillstand.
- Wichtig: Ein einziges Blatt kann tödlich sein.
Bilder 21-24: Maiglöckchen, Maiglöckchenblüte und Oleander und Oleanderblüte
Um auf den dramatischen Artenschwund in den Agrarlandschaften aufmerksam zu machen, hat die Loki Schmidt Stiftung den Acker- oder Feldrittersporn zur Blume des Jahres 2026 gekürt.
Die „Blume des Jahres 2026“ steht stellvertretend für eine Vielzahl von Ackerwildkräutern, die durch die Intensivierung der Landwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgedrängt worden sind. Der Feldrittersporn wird in allen Bundesländern auf der Roten Liste geführt.
Quelle: Nabu
💀Rittersporn / Hoher Rittersporn (Delphinium elatum)
Hoher Rittersporn (Delphinium elatum) Die Giftpflanze des Jahres 2015, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Feldrittersporne (Consolida) in der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Schön und giftig.
Rittersporn wird in drei Hauptgruppen unterteilt:
- die hohen Elatum-Hybriden (140–200 cm),
- die verzweigten Belladonna-Hybriden (80–140 cm) mit lockeren Rispen
- und die großblütige Pacific-Giant-Gruppe.
- Das Gift: Alle Teile der Pflanze sind gefährlich, vor allem die Samen enthalten giftige Alkaloide. Es gibt keine ungiftige Zuchtform oder Sorte des Rittersporns.
- Die Wirkung: Führt zu schweren Magen-Darm-Entzündungen, Muskelzittern und Atemlähmung.
- Hinweis: Beim Hantieren sollte man Handschuhe anziehen – der Saft des giftigen Rittersporns kann Hautreizungen hervorrufen.
💀Rittersporn / Acker- oder Feldrittersporn (Consolida regalis)
- Das Gift: Alle Teile der Pflanze sind gefährlich, vor allem die Samen enthalten giftige Alkaloide. Es gibt keine ungiftige Zuchtform oder Sorte des Rittersporns.
- Die Wirkung: Führt zu schweren Magen-Darm-Entzündungen, Muskelzittern und Atemlähmung.
- Hinweis: Beim Hantieren sollte man Handschuhe anziehen – der Saft des giftigen Rittersporns kann Hautreizungen hervorrufen.
💀Rittersporn / Garten-Feldrittersporn (Consolida ajacis)
Der Garten-Feldrittersporn stammt ursprünglich aus dem südeuropäisch-westasiatischen Raum und tritt in Mitteleuropa selten und unbeständig als Neophyt auf.
Consolida ajacis sind dekorative Stauden mit attraktiven, farbenfrohen Blüten. Es gibt zahlreichen Sorten mit unterschiedlichen Blütenfarben.
- Das Gift: Alle Teile der Pflanze sind gefährlich, vor allem die Samen enthalten giftige Alkaloide. Es gibt keine ungiftige Zuchtform oder Sorte des Rittersporns. Der Garten-Feldrittersporn ist wegen seines Gehalts an verschiedenen Alkaloiden (vor allem dem nach ihm benannten Ajaconin giftig
- Die Wirkung: Führt zu schweren Magen-Darm-Entzündungen, Muskelzittern und Atemlähmung.
- Hinweis: Beim Hantieren sollte man Handschuhe anziehen – der Saft des giftigen Rittersporns kann Hautreizungen hervorrufen.
Bilder 25-27: Hoher Rittersporn, Acker- oder Feldrittersporn und Garten-Feldrittersporn
💀Schierling / Gefleckter Schierling (Conium maculatum)
Gefleckter Schierling (Conium maculatum): Der stark giftige Doldenblütler ist ein eher seltener Anblick und wird in der Roten Liste zu den gefährdeten Arten gezählt. Er ist wohl der gefürchtetste heimische Doldenblütler.
- Das Gift: Ein in allen Teilen vorhandener Wirkstoff ist das Pseudoalkaloid Coniin, Es kommen weitere Alkaloide (hier speziell Conium-Alkaloide) wie Conhydrin, Pseudoconhydrin, Conicein und Methylconiin im Gefleckten Schierling vor. Besonders stark sind die Gifte in den unreifen Früchten konzentriert.
- Die Wirkung: Lähmen die Atemmuskulatur bei vollem Bewusstsein. Schneller Erstickungstod.
💀Schierling / Wasserschierling (Cicuta virosa)
Der stark giftige Wasserschierling (Cicuta virosa) ist ein gefürchteter heimische Doldenblütler. Er steht laut Roter Liste auf der Vorwarnliste.
- Das Gift: Ein in allen Teilen vorhandener Wirkstoff ist das Pseudoalkaloid Coniin, Es kommen weitere Alkaloide (hier speziell Conium-Alkaloide) wie Conhydrin, Pseudoconhydrin, Conicein und Methylconiin im Gefleckten Schierling vor. Besonders stark sind die Gifte in den unreifen Früchten konzentriert.
- Die Wirkung: Lähmen die Atemmuskulatur bei vollem Bewusstsein. Schneller Erstickungstod.
💀Wunderbaum (Ricinus communis)
Eines der stärksten Gifte überhaupt. Der Wunderbaum ist schnellwüchsig und wird unter idealen Bedingungen innerhalb von drei bis vier Monaten bis zu 6 Meter hoch.
- Das Gift: In der Rizinuspflanze ist vor allem das darin enthaltene Eiweißgift Rizin extrem giftig. Es konzentriert sich hauptsächlich in den bunten, bohnenartigen Samen, während das reine, ausgepresste Rizinusöl kein Rizin enthält, da das Gift nicht fettlöslich ist.
- Die Wirkung: Verklumpt die roten Blutkörperchen und zerstört die Organe. Bereits 1 g Samen pro kg Körpergewicht ist tödlich.
Bilder 28-30: Gefleckter Schierling, Wasserschierling und Wunderbaum
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2. A-Z: Stark giftig (Schwere Organschäden & Vergiftungen)

⚠️Bärlauch (Allium ursinum)
Bärlauch ist ein in Europa heimisches Wildgemüse, das in feuchten, halbschattigen Wäldern wächst, aber auch entlang von Bachläufen und Auen. Bärlauch gehört zur Familie der Lauchgewächse (Alliaceae) und ist mit Gemüse wie Knoblauch und Zwiebeln verwandt.
- Das Gift: Das enthaltene Alliin (und seine Folgeprodukte) führt bei Nagetieren zur sogenannten Heinz-Körper-Anämie (Zerstörung der roten Blutkörperchen).
- Die Wirkung: Zerstört die roten Blutkörperchen. Das Tückische hierbei ist, dass die Symptome der Blutarmut (Schlappheit, blasse Schleimhäute) oft erst Tage nach dem Fressen auftreten.
⚠️Einbeere (Paris quadrifolia)
Die Einbeere wächst gern in schattigen Laubwäldern. Da sie im Frühjahr nur eine einzige, auffällige blauschwarze Beere in der Mitte von vier Blättern trägt, ist sie optisch sehr markant.
- Das Gift: Die Pflanze enthält giftige Saponine.
- Die Wirkung: Wirkt stark reizend auf den Magen-Darm-Trakt und kann das zentrale Nervensystem schädigen, was zu Lähmungen führt.
- Wichtig: Sie darf niemals im Sammelkorb landen.
⚠️Engelstrompete (Brugmansia)
Die Engelstrompeten sind eine Pflanzengattung der Nachtschattengewächse. Ursprünglich in Südamerika verbreitet, wird die Pflanze wegen der auffälligen Blüten inzwischen weltweit kultiviert. Durch den hohen Anteil an Alkaloiden sind alle Pflanzenteile hochgiftig.
- Das Gift: Enthalten Tropanalkaloide.
- Die Wirkung: Verursachen Herzrasen (Tachykardie), Pupillenerweiterung (Mydriasis), trockenes Maul, Krämpfe, Koma und Darmstillstand (Atonie).
- Wichtig: Blüten des Stechapfels stehen aufrecht, bei der Engelstrompete hängen sie.
Die Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) sind eine Familie in der Ordnung der Hahnenfußartigen (Ranunculales). Diese Familie umfasst etwa 62 Gattungen mit etwa 2525 Arten und ist weltweit vertreten, hauptsächlich in den gemäßigten Zonen der nördlichen Erdhalbkugel.
Alle Hahnenfußgewächse enthalten Protoanemonin und sind daher für Tiere giftig.
Quelle: Wikipedia
⚠️Hahnenfuß / Scharfer Hahnenfuß (Ranunculus acris)
Die auch als Butterblume bezeichnete Staude aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) fällt besonders ins Auge, weil sie von Weidetieren meist nicht gefressen wird – das liegt an einem enthaltenen scharf schmeckenden Gift. Getrocknet verliert die Pflanze ihre Giftigkeit.
Frisch ist der Scharfe Hahnenfuß extrem giftig. Im Heu ist Hahnenfuß also harmlos.
- Das Gift: Das enthaltene Gift Protoanemonin reizt die Schleimhäute im Maul und Magen im frischen Zustand extrem stark (führt zu Blasenbildung und schweren Entzündungen).
- Die Wirkung: Führt zu schweren Entzündungen der Atemwege, des Magens und der Harnwege.
- Wichtig: Beim Trocknen im Heu wandelt sich das Gift in das völlig ungiftige Anemonin um.
Bilder 31-34: Bärlauch, Einbeere, Engelstrompete und Scharfer Hahnenfuß
⚠️Hohler Lerchensporn (Corydalis cava)
Er blüht zeitgleich mit Buschwindröschen im Frühjahr im Wald. Hohler Lerchensporn gehört zur Familie der Erdrauchgewächse und ist in Mitteleuropa weit verbreitet.
In der Volksheilkunde wird die Pflanze auch als Mittel gegen Reisekrankheit und Herzangst angewendet. Probiert werden kann einen Strauß blühender Pflanzen auf den Nachttisch zu stellen. Die Blüten duften betörend und beruhigend und wirken dabei leicht narkotisierend und einschläfernd.
- Das Gift: Die Pflanze enthält zahlreiche Alkaloide (vor allem Corydalin). Das in den Knollen enthaltene Alkaloid Bulbocapnin wirkt stark beruhigend und angstlösend. Diese Pflanze ist mit Mohn verwandt.
- Die Wirkung: Wirkt toxisch auf das Nervensystem und verursacht Bewegungsstörungen, Muskelstarre und Krämpfe. Es führt zu Bewegungsstörungen (Ataxie) und einer extremen Muskelstarre, die dem Tier extreme Schmerzen bereitet.
- Wichtig: Fast alle Pflanzenteile sind schwach giftig, nur die Knolle gilt als stark giftig.
⚠️Holunder / Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
Der Schwarze Holunder kann etwa 100 Jahre alt werden. Er ist eine der häufigsten Straucharten in Mitteleuropa.
In Deutschland und Mitteleuropa gibt es vor allem drei wild wachsende Holunderarten. Weltweit existieren rund 20 bis 30 Arten.
- Das Gift: In den Blättern, der Rinde, unreifen Beeren und auch in den Samen reifer Beeren sind ein oder mehrere cyanogene Glycoside, darunter hauptsächlich Sambunigrin, Prunasin, Holocalin und Zierin, enthalten. Darüber hinaus enthält die Pflanze Lektine, vor allem Nigrin b.
- Die Wirkung: Das Fressen führt bei Meerschweinchen zu schwerem Würgen, heftigem Durchfall, Magenkrämpfen und akuten Atembeschwerden.
- Wichtig: Holunderäste und -blätter dürfen niemals gepflückt oder verfüttert werden. Der Schwarze Holunder ist für Meerschweinchen in allen Teilen stark giftig!
⚠️Holunder / Roter Holunder (Sambucus racemosa)
Wie der Schwarze Holunder lassen sich die Früchte vom Roten Holunder zu Gelee, Marmelade, Saft und ähnlichem verarbeiten. Sie sind jedoch nicht unbedingt verträglich.
- Gifte: Seine unreifen und reifen roten Beeren sowie die grünen Pflanzenteile enthalten das Blausäure–Glykosid Sambunigrin. Blätter, Rinde und unreife Früchte enthalten ebenfalls Giftstoffe.
- Wirkung: Sie führen zu Brechdurchfall.
⚠️Holunder / Zwerg-Holunder (Sambucus ebulus)
Der Zwerg-Holunder ist krautig, kleiner und hat oftmals rosafarbene Blüten, während der Schwarze Holunder ein verholzender Strauch mit weißen Blütendolden ist. Außerdem geht vom Zwerg-Holunder ein unangenehmer Geruch aus. Alle Pflanzenteile sind giftig, besonders jedoch die Samen der schwarzen Beeren.
- Das Gift: Die Hauptwirkstoffe in den Früchten sind ein giftiger Bitterstoff mit den beiden Esteridoidglykosiden Ebulosid und Isoswerosid, daneben Kaffeesäure, p-Cumarsäure und Spuren eines Blausäureglykosids.
- Die Wirkung: Bei der Aufnahme von Früchten treten spontanes Erbrechen, Übelkeit und Durchfall auf; auch tödliche Vergiftungen sind bekannt.
- Wichtig: Er besitzt einen unangenehmen Geruch.
Doldenblütler
Wer Doldenblütler erkennen möchte, braucht mehr als einen schnellen Blick auf die Blüte. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Stängel, Blattform, Geruch, Standort und Blütenaufbau.
Zu den Doldenblütlern zählen viele Gewürzpflanzen und Nahrungspflanzen, aber auch einige sehr giftige Pflanzenarten. Sie werden seit Jahrhunderten in unseren Gärten geschätzt.
Doldenblütler sind leicht zu erkennen: Ihre vielen kleinen Blüten stehen in typischen, schirmartigen Dolden.
Da giftige Arten oft harmlosen essbaren Pflanzen ähneln, besteht ein hohes Verwechslungsrisiko. Giftige Arten riechen oft unangenehm (nach Mäuseurin oder stechend) statt aromatisch.
⚠️Kartoffel (Solanum tuberosum)
Die Kartoffel gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae).
- Das Gift: Alle grünen Stellen der Knolle, die Keime und die Pflanzenteile (Kraut) enthalten das Gift Solanin. Zudem enthält die rohe Kartoffel extrem viel reine Stärke.
- Die Wirkung: Solanin führt zu schweren Magen-Darm-Entzündungen, Krämpfen und Blutarmut. Die reine Stärke kann im empfindlichen Meerschweinchendarm außerdem zu lebensgefährlichen Fehlgärungen und Aufgasungen führen.
⚠️Knoblauch (Allium sativum)
Knoblauch ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lauch (Allium). Er ist heute fast weltweit verbreitet. Er wird als Gewürz- und Heilpflanz genutzt. Für viele Tiere ist er dagegen giftig.
- Das Gift: Knoblauch enthält schwefelhaltige Verbindungen, unter anderem das Alliin, das sich unter Einwirkung des Ferments Alliinase in Allicin umwandelt. Allicin ist verantwortlich für den Knoblauchgeruch.
Lauchpflanzen verursachen starke, oft gefährliche Gärungen im Bauch. - Die Wirkung: Die Inhaltsstoffe reizen Mund, Magen und Darm massiv. Enthaltene Substanzen können die roten Blutkörperchen schädigen.
⚠️Nachtschatten / Bittersüßer Nachtschatten (Solanum dulcamara)
Der Bittersüße Nachtschatten (Solanum dulcamara) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Nachtschatten (Solanum) in der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae).
- Das Gift: Die Pflanze, beziehungsweise die reifen Früchte, sind schwach giftig. Sie enthalten das Saponin Solanin und mehrere Alkaloide. Alle Pflanzenteile enthalten giftige Steroidalkaloide und mit diesen verwandte Saponine.
- Die Wirkung: Eine Vergiftung führt zu starkem Erbrechen und Durchfall. Es kann zu Schwindel, Benommenheit, Zungenlähmung und Krampfanfällen kommen.
⚠️Nachtschatten / Schwarzer Nachtschatten (Solanum nigrum)
In den unreifen grünen Früchten ist der Giftgehalt des Schwarzen Nachtschattens am höchsten und nimmt während der Reife ab. Aber auch die reifen Früchte sollte man besser nicht essen.
- Das Gift: Das Hauptgift ist das Steroidalkaloid Solanin. Der Gehalt an den dafür verantwortlichen und in allen Pflanzenteilen enthaltenen Alkaloiden – in diesem Fall Solanin, Solasonin, Solamargin und Chaconin – scheint jedoch sehr stark zu schwanken. Vermutlich ist er abhängig vom Klima und dem Boden, in dem die Pflanzen wachsen, sowie vom Alter.
- Die Wirkung: Er verursacht schwere Verdauungsstörungen, Schleimhautentzündungen, Atemnot und Krämpfe. Es reizt die Magen-Darm-Schleimhäute massiv und zerstört die roten Blutkörperchen.
- Wichtig: Die unreifen, grünen Beeren enthalten am meisten Gift.
⚠️Narzisse oder Osterglocke (Narcissus)
Da Narzissen im Frühjahr oft in Gärten stehen oder als Osterdekoration im Haus genutzt werden, ist hier die Gefahr durch heruntergefallene Blätter oder unachtsamen Gartenauslauf besonders hoch.
- Das Gift: Das Hauptgift Lycorin sitzt in der gesamten Pflanze, ist aber in der Zwiebel am höchsten konzentriert.
- Die Wirkung: Führt zu heftigem Würgen, schwerem Durchfall, Krämpfen und lebensbedrohlichem Herzversagen.
⚠️Petersilie / Hundspetersilie (Aethusa cynapium)
Die Hundspetersilie ist die einzige Art der Pflanzengattung Aethusa innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Die Hundspetersilie ist eine Giftpflanze. Alle Pflanzenteile sind stark giftig.
- Das Gift: Die Hundspetersilie enthält ein giftiges Polyin-Gemisch, in der Hauptsache Aethusin.
- Die Wirkung: Verursacht starken Speichelfluss, Magen-Darm-Krämpfe und fortschreitende Lähmungen.
- Wichtig: Es besteht eine hohe Verwechslungsgefahr mit Speisepetersilie.
⚠️Petersilie / Wald-Hundspetersilie (Aethusa cynapium subsp. elata)
Die Wald-Hundspetersilie ist eine hochwüchsige Unterart der Gemeinen Hundspetersilie aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Sie ist wie alle Formen der Hundspetersilie stark giftig
- Das Gift: Enthält Gifte wie Aethusin und Polyine.
- Die Wirkung: Verursacht brennen im Mund, Magen-Darm-Beschwerden mit Erbrechen, Sehstörungen, Krämpfe und im schweren Fall Lähmungserscheinungen.
- Wichtig: Eine Verwechslung mit echter Petersilie ist wegen des Standorts im Wald seltener als bei der kleineren Acker-Form, aber dennoch gefährlich.
⚠️Rhabarber (Rheum)
Rhabarber ist nicht grundsätzlich giftig, aber er enthält Oxalsäure. Diese Säure steckt vor allem in den ungenießbaren Blättern sowie in rohen Stängeln und kann in großen Mengen zu Vergiftungen führen.
- Das Gift: Rhabarber enthält sehr viel Oxalsäure.
- Die Wirkung: Die Oxalsäure schädigt massiv die Nieren und führt zu akutem Nierenversagen. Zudem greift sie die Schleimhäute an und entzieht dem Körper Kalzium. Der Verzehr kann zu schweren Magen- und Darmproblemen führen.
- Wichtig: Rhabarber darf niemals gefüttert werden.
Bilder 44- 47: Narzisse, Hundspetersilie, Wald-Hundspetersilie und Rhabarber
⚠️Schneeglöckchen (Galanthus)
Schneeglöckchen ist der erste wichtige Nektarlieferant für Insekten im zeitigen Frühjahr. Es verbreitet sich mit Hilfe von Ameisen. Im Frühsommer verschwindet es und überwintert mit Zwiebel. Es ist eine duftende schöne Blume, die in allen Teilen giftig ist.
- Das Gift: Das Hauptgift Lycorin sitzt in der gesamten Pflanze, ist aber in der Zwiebel am höchsten konzentriert.
- Die Wirkung: Verursacht vermehrten Speichelfluss, Zittern, schweren Durchfall und Kreislaufprobleme.
⚠️Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
Schnittlauch ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lauch (Allium). Schnittlauch wird als Gewürz verwendet und ist eine häufig vorkommende Kulturpflanze. Für viele Tiere ist er dagegen giftig
- Das Gift: Die enthaltenen Disulfide zerstören die roten Blutkörperchen der Tiere.
- Die Wirkung: Das führt zu schwerer Blutarmut (Heinz-Körper-Anämie) und Leberschäden.
⚠️Schöllkraut (Chelidonium majus)
Das Schöllkraut ist eine Pflanzenart der Gattung Chelidonium der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae).
Der ätzende Milchsaft reizt Haut und Schleimhäute. Wenn man einen Stängel abbricht, tritt sofort ein sehr auffälliger, orange-gelber Milchsaft aus. Dieser Saft ist extrem bitter und stark ätzend. Auf Wiesen wächst es oft in der Nähe von Mauern oder Hecken.
- Das Gift: Das Schöllkraut enthält eine Reihe von Alkaloiden Die wichtigsten sind Berberin, Chelerythrin, Chelidonin, Coptisin, Spartein, Chelidoxanthin und Sanguinarin. Die Alkaloide sind sowohl in den oberirdischen Teilen der Pflanze als auch in der Wurzel vorhanden. Im Herbst konzentrieren sie sich in der Wurzel, die dann hochgiftig wird.
- Die Wirkung: Die Aufnahme führt zu schweren Entzündungen im Verdauungstrakt.
⚠️Stechapfel (Datura)
Blätter und Blüten des Stechapfels ähneln denen der ebenfalls giftigen Engelstrompete, mit dem Unterschied, dass die trompetenförmigen Blüten des Stechapfels aufrecht stehen, bei der Engelstrompete hängen sie.
- Das Gift: Stechapfel enthält Tropan-Alkaloide (Atropin, Scopalamin, Hyposcyamin).
- Die Wirkung: Er verursacht Tachykardie, Mydriasis, trockenes Maul, Inkoordination, Konvulsionen und Koma, schwere Kolik, Polyurie und Hyperästhesie.
Bilder 48-51: Schneeglöckchen, Schnittlauch, Schöllkraut und Stechapfel
⚠️Tollkirsche (Atropa belladonna)
Die Schwarze Tollkirsche ist eine giftige Pflanzenart aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Die Schwarze Tollkirsche gilt als alte Zauberpflanze und ist seit dem Mittelalter als Heilpflanze bekannt.
- Das Gift: Schwarze Tollkirsche enthält Tropan-Alkaloide (Atropin, Hyoscyamin, Scopalamin).
- Die Wirkung: Kein Speichelfluss! Erhöhte Atemfrequenz, trockene Schleimhaut, Erweiterung der Pupille (Mydriasis), Sehstörungen, Erregung, Verdauungsstörungen, Erschlaffung der Muskulatur (Atonie), Krämpfe, Tod durch Atemlähmung.
- Wichtig: Verwechslungsgefahr mit ähnlichen blauen Früchten (Heidelbeere, Schlehe).
⚠️Waldmeister (Galium odoratum)
Das enthaltene Cumarin beim Waldmeister entfaltet seine volle Wirkung vor allem beim Welken oder Trocknen der Pflanze. Es gehört wie das Wiesenlabkraut zu den Labkräutern, ist aber im Gegensatz zu diesem giftig.
- Das Gift: Enthält Cumarin und verursacht innere Blutungen.
- Die Wirkung: Es blockiert die Vitamin-K-Synthese in der Leber, wodurch die Blutgerinnung gestoppt wird.
Bilder 52-53: Tollkirsche und Waldmeister
⚠️Wolfsmilch / Garten-Wolfsmilch (Euphorbia pepulus)
Die Garten-Wolfsmilch ist eine Pflanzenart aus der Gattung Wolfsmilch (Euphorbia) innerhalb der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae).
- Das Gift: In der Garten-Wolfsmilch kommt Ingenolmebutat vor, das als Arzneistoff gegen z. B. die aktinische Keratose untersucht wird.
- Die Wirkung: Die Symptome einer Vergiftung sind starke Schleimhautreizungen, Magen- Darmbeschwerden mit Krämpfen und oft blutigem Durchfall, Absinken der Körpertemperatur, Lähmungen, blutiger Harn und Kot, Taumeln, Leberschädigung und Herzrhythmusstörungen.
- Wichtig:Die Pflanzen behalten auch im getrockneten Zustand ihre Giftwirkung. Frische Pflanzen werden aufgrund ihres scharfen Geschmacks meist von Tieren gemieden, nicht so jedoch im Heu. Nicht mit bloßen Händen berühren.
⚠️Wolfsmilch / Sonnwend-Wolfsmilch (Euphorbia helioscopia)
Die Sonnwend-Wolfsmilch ist eine Pflanzenart in der Gattung Wolfsmilch (Euphorbia) innerhalb der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). Alle Wolfsmilch-Arten sind giftig!
- Das Gift: Der Milchsaft der Wolfsmilch enthält das Triterpen-Gemisch Euphorbon. Das Gift kann äußerlich auf die Haut wirken, wobei es zu Blasenbildung kommt.
- Die Wirkung: Die Schleimhäute können durch das Gift angegriffen und zerstört werden, im Auge kann dies unter Umständen zur Erblindung führen. Innerlich bewirkt das Gift Erbrechen, Magenschmerzen und Durchfälle. Bei einer großen Giftmenge auch Kreislaufschädigung und Lähmungen.
- Wichtig: Nicht mit den bloßen Händen berühren, immer Handschuhe tragen.
⚠️Wolfsmilch / Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias)
Die Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias) ist eine Pflanzenart, die zur gleichnamigen Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) gehört.
- Das Gift: Der weiße Milchsaft aller Wolfsmilchgewächse enthält krebserregende und stark Gewebe zerstörende Diterpenester.
- Die Wirkung: Der Milchsaft ist stark ätzend und führt zu schweren Verätzungen im Maul sowie zu blutigem Durchfall.
- Wichtig: Nur mit Handschuhen anfassen.
Bilder 53-55: Garten-Wolfsmilch, Sonnwend-Wolfsmilch und Zypressen-Wolfsmilch
⚠️Winterling (Eranthis hyemalis)
Der Winterling gehört zu den Hahnenfußgewächsen und blüht oft noch vor den Schneeglöckchen im Februar/März.
- Das Gift: Seine Knollen und Blätter enthalten herzwirksame Glykoside (Eranthin), die direkt das Herz-Kreislauf-System angreifen.
- Die Wirkung: Verursacht schwere Herz-Kreislauf-Probleme, Atemnot und Magen-Darm-Störungen
⚠️Zierlauch (Allium-Arten)
Der Zierlauch enthält Stoffe, die die roten Blutkörperchen schädigen können. Blätter, Blüten, Stängel und die Zwiebeln im Boden sind giftig.
- Das Gift: Zierlauch enthält die gleichen schwefelhaltigen Stoffe wie Zwiebeln, Knoblauch oder Schnittlauch.
- Die Wirkung: Die Inhaltsstoffe zerstören die roten Blutkörperchen. Dies führt zu schwerer Blutarmut und Nierenproblemen.
⚠️Zwiebel (Allium cepa)
Die Gefahr bleibt gleich, egal ob die Zwiebel roh, gekocht, getrocknet oder als Pulver vorliegt.
- Das Gift: Wie alle Lauchgewächse führt die Zwiebel durch die enthaltenen Disulfide zur Heinz-Körper-Anämie (Zerstörung der roten Blutkörperchen).
- Die Wirkung: Zerstört die roten Blutkörperchen und führt zu Blutarmut (Anämie oder „Zwiebelanämie“).
- Wichtig: Küchenzwiebeln (egal ob roh, gekocht oder getrocknet) dürfen niemals verfüttert werden.
56-58: Winterling, Zierlauch und Zwiebel
3. A-Z: Schwach bis mittelgiftig

🟡Acker-Gauchheil (Anagallis arvensis)
Das Acker-Gauchheil schmeckt bitter, weshalb Meerschweinchen es auf der Wiese meistens gemieden wird.
- Das Gift: Saponine und Bitterstoffe, besonders stark konzentriert in den Wurzeln.
- Die Wirkung: Wenn es doch gefressen wird, reizt es die Schleimhäute von Magen und Darm. Führt zu Verdauungsstörungen, weichem Kot oder Durchfall. Größere Mengen können die Nieren belasten.
🟡Beinwell (Symphytum officinale)
Beinwell enthält wechselnde Mengen von Pyrrolizidinalkaloiden, die (in hoher Dosierung und als Einzelsubstanz) leberschädigend und krebsauslösend wirken. Für Deutschland ist der Gebrauch als Heilpflanze nur unter Einschränkungen zugelassen.
- Das Gift: Enthält sogenannte Pyrrolizidinalkaloide
- Die Wirkung: Diese Stoffe schädigen auf Dauer die Leber.
- Wichtig: Sie sollten Meerschweinchen daher nicht gezielt gefüttert werden.
🟡Borretsch (Borago officinalis)
Borretsch ist eine einjährige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von bis zu 70 Zentimetern. Stängel und Laubblätter sind borstig behaart. Ein regelmäßiger Genuss von Borretsch ist nicht zu empfehlen. Ein gelegentlicher Verzehr gilt als unbedenklich, ebenso ein Verzehr der Blüten und Samen sowie des aus den Samen gepressten Borretschöls, da diese die erwähnten Alkaloide nicht oder nur in Spuren enthalten.
- Das Gift: Enthält sogenannte Pyrrolizidinalkaloide.
- Die Wirkung: Diese Stoffe schädigen auf Dauer die Leber.
- Wichtig: Sie sollten Meerschweinchen daher nicht gezielt gefüttert werden.
🟡Farn (Polypodiopsida)
Die meisten Echten Farne sind in unterschiedlichem Maße giftig für Haustiere und andere Tiere. Der Adlerfarn und der Wurmfarn gelten als extrem giftig und gefährlich für Weide- und Haustiere.
- Das Gift: Farne enthalten Thiaminase (ein Enzym, das Vitamin B1 im Körper zerstört) sowie krebserregende Stoffe.
- Die Wirkung: Sie führen zu schweren Magen-Darm-Problemen und Krämpfen.
Bilder 59-62: Acker-Gauchheil, Beinwell, Borretsch und Farn
🟡Glücksbambus (Dracaena sanderiana)
Der Name täuscht, der Glücksbambus ist kein Bambus sondern eine Drachenbaum-Art.
- Das Gift:Die Pflanze enthält Saponine und andere Reizstoffe, die in allen Teilen (Blättern und Stängeln) vorkommen.
- Die Wirkung: Wenn Meerschweinchen an den Blättern oder dem Stamm knabbern, zerstören die Saponine die roten Blutkörperchen. Zudem reizen sie die Magen-Darm-Schleimhäute massiv. Die Folge sind starker Speichelfluss, Erbrechen (bzw. Würgebewegungen, da Meerschweinchen nicht richtig erbrechen können), heftiger Durchfall und extreme Teilnahmslosigkeit.
🟡Gundermann (Glechoma hederacea)
Für Nagetiere der Gundermann er als schwach giftig bis unverträglich. Da er auf fast jeder Wiese wächst, rutscht beim Pflücken oft mal ein Blatt mit hinein. Er sollte keinesfalls gezielt oder in großen Mengen verfüttert werden.
- Das Gift: Er enthält ätherische Öle und Bitterstoffe (Glechomin).
- Die Wirkung: In größeren Mengen reizt er die Schleimhäute von Magen und Darm und kann die Nieren belasten.
🟡Hundskamille (Anthemis)
Die Hundskamille ist nicht akut lebensgefährlich, gilt aber in der Meerschweinchen-Ernährung als unverträglich und sollte aktiv gemieden werden.
- Das Gift: Anthecotulid (ein Bitterstoff) sowie haut- und schleimhautreizende ätherische Öle.
- Die Wirkung: Die Hundskamille schädigt die Schleimhäute im Maul und im Magen-Darm-Trakt. Bei Verzehr größerer Mengen kann es zu Blähungen, Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall oder allergischen Reaktionen kommen.
🟡Natternkopf (Echium vulgare)
Der Natternkopf ist extrem raustachelig und steif behaart.
- Das Gift: Hauptwirkstoff: Pyrrolizidinalkaloide (PA) und Allantoin. Die enthaltenen Alkaloide sind chronisch leberschädigend
- Die Wirkung: Wenn Meerschweinchen ihn fressen, spüren sie keine sofortige Vergiftung, aber die Leber wird bei wiederholter Aufnahme dauerhaft zerstört.
- Wichtig: Wenn man sie ohne Handschuhe anfasst, pikst sie unangenehm. Er hat nichts im Sammelkorb zu suchen.
Bilder 63-66: Glücksbambus, Gundermann, Hundskamille und Natternkopf xxxx
🟡Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)
- Das Gift: Hauptwirkstoff: Protoanemonin (wie bei allen Hahnenfußgewächsen) und Saponine.
- Die Wirkung: Führt zu starker Schleimhautreizung im Maul und im gesamten Verdauungstrakt. Die Meerschweinchen bekommen Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall und verweigern das Futter.
- Wichtig: Sobald die Pflanze blüht, steigt der Giftgehalt drastisch an!
🟡Springkraut / Echtes Springkraut (Impatiens noli-tangere)
Das einjährige Echtes Springkraut erreicht Wuchshöhen von 30 bis 70 Zentimetern.
- Das Gift: Die frischen, grünen Pflanzenteile enthalten Bitterstoffe, Gerbstoffe und Glykoside.
- Die Wirkung: Der Verzehr in größeren Mengen führt zu Magen-Darm-Beschwerden, starkem Speichelfluss, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
🟡Springkraut / Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
In Europa wird das Drüsige Springkraut vielerorts als invasiver Neophyt bekämpft, da es als Bedrohung für andere Pflanzenarten oder ganze Pflanzengesellschaften in deren Lebensraum betrachtet wird.
Es ist eine einjährige Pflanze. Sie ist wenig verzweigt und wird bis über 2,5 Meter hoch,
- Das Gift: Hauptwirkstoff: Scharfstoffe und Bitterstoffe.
- Die Wirkung: Im frischen Zustand führt das Kraut zu Schleimhautreizungen im Magen-Darm-Trakt. In größeren Mengen kommt es zu Erbrechen (Würgen) und Durchfall.
- Wichtig: Nach dem vollständigen Trocknen verliert das Springkraut einen Großteil seiner Wirkung, sollte aber trotzdem nicht absichtlich gesammelt werden.
🟡Wachtelweizen (Melampyrum pratense)
- Gift: Der Wachtelweizen ist leicht bis mittelschwer giftig, da die Pflanze den Giftstoff Aucubin (ein Iridoide–Glykosid) enthält.
- Wirkung: Bei einer versehentlichen Aufnahme größerer Mengen (oder wenn die reifen Samen gefressen werden) wirkt das Gift halboffen auf das Nervensystem und die Nieren. Es kann zu Verdauungsstörungen, Mattheit und im Extremfall zu Nierenschäden führen.
Bilder 67-70: Scharbockskraut, Echtes Springkraut, Drüsiges Springkraut und Wachtelweizen
🟡Waldrebe (Clematis vitalba)
Da die Waldrebe extrem bitter und brennend schmeckt, fressen Meerschweinchen sie in der Regel nicht freiwillig an.
- Das Gift: Im Heu (Getrocknet): Komplett ungiftig. Alle Pflanzenteile (Blätter, Blüten, Stängel) enthalten den Giftstoff Protoanemonin. Beim Trocknen wandelt sich das flüchtige Protoanemonin in das harmlose Anemonin um. Gelangen versehentlich Blätter ins Heu, droht keine Gefahr.
- Der Wirkstoff: Der Verzehr frischer Pflanzenteile führt zu Schleimhautreizungen im Maul, Speichelfluss, Entzündungen der Mundschleimhaut und Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall. In extrem großen Mengen kann es zu Störungen des Nervensystems kommen. Nimmt ein Meerschweinchen größere Mengen auf, kann das Gift die Nieren schädigen, zu Lähmungen des Nervensystems und im schlimmsten Fall zum Atemstillstand führen.
- Wichtig: Experten wie die Meerschweinchenwiese stufen sie im Auslauf als weitgehend unbedenklich ein!
🟡Windröschen (Anemone ranunculoides)
Das Windröschen ist in allen frischen Teilen schwach bis mäßig giftig für Tiere. Es gehört zu den Hahnenfußgewächsen. Sie werden im frischen Zustand meist komplett verschmäht.
- Das Gift: Die Pflanze enthält Protoanemonin.
- Die Wirkung: Bei der Aufnahme von frischen Pflanzenteilen kommt es zu Magen-Darm-Beschwerden mit Übelkeit, starkem Speicheln, Erbrechen und Durchfall. Frischer Pflanzensaft reizt die Haut und Schleimhäute. Es kann zu Rötungen, Schwellungen und Bläschenbildung kommen
- Besonderheit: Im getrockneten Zustand (zum Beispiel im Heu) zerfällt das instabile Protoanemonin zu ungiftigem Anemonin, wodurch getrocknetes Material als unbedenklich gilt
Bilder 71-72: Waldrebe und Windröschen
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→ Giftkräuter und ihre Doppelgänger
4. Der Notfall Vergiftung
4.1. Typische Symptome einer Vergiftung
Achte auf diese Warnzeichen, um dem Tierarzt am Telefon Auskunft zu geben:
- Starker Speichelfluss oder Schaum am Maul,
- Apathie, Teilnahmslosigkeit oder plötzliche Schwäche
- Zittern, Krämpfe oder Lähmungserscheinungen
- Atembeschwerden oder sehr schnelle Flankenatmung
- Aufgeblähter Bauch oder akuter Durchfall.
Bei einer Vergiftung zählt jede Minute. Beim Tierarzt anrufen, bevor man losfährt, damit die Praxis alles für den Notfall vorbereiten kann.
Wenn der Haustierarzt geschlossen hat, wende dich sofort an eine Notstation. Für erste Informationen zu Giftstoffen kann auch die humanmedizinischen Giftnotrufe kontaktiert werden (viele beraten auch bei Haustieren):
- Giftnotruf Berlin: +49 (0) 30 19240 (24 Stunden erreichbar)
- Giftnotruf München: +49 (0) 89 19240 (24 Stunden erreichbar)
- Tierklinik-Notdienst: Suche sofort nach der nächsten geöffneten Tierklinik in der Nähe.
🔍 Erste-Hilfe-Schritte: Was du jetzt tun musst
1Die Vorbereitung
- Futter wegräumen und sichern.
- Entferne sofort alle Futterreste aus dem Gehege.
- Das Tier darf nichts mehr von den Kräutern fressen.
- Nehme Reste der gefressenen Pflanze mit zum Tierarzt.
- Mache alternativ ein scharfes Foto der Pflanze. Das hilft dem Arzt, das richtige Gegengift zu finden.
2Kein Erbrechen herbeiführen
Wichtig: Meerschweinchen können sich rein biologisch nicht erbrechen.
Versuche niemals, das Tier zum Erbrechen zu bringen. Das ist lebensgefährlich.
3Keine Zwangsfütterung
- Solange der Verdacht auf eine Vergiftung besteht, darf kein Päppelbrei gegeben werden, um den Magen-Darm-Trakt nicht weiter zu belasten.
- Gebe keine Hausmittel wie Milch oder Öl.
- Diese Mittel beschleunigen die Aufnahme von Gift im Körper oft noch.
4Schock-Prophylaxe
5Transport vorbereiten
- Setze das Meerschweinchen in eine Transportbox.
- Polstere die Box mit Handtüchern aus.
- Halte das Tier warm.
- Rufe den Tierarzt an!
💡 Erfahrene Halter können nach Absprache mit dem Tierarzt zwei Dinge im Haus haben:
Medizinische Kohle (Aktivkohle): Kann in Wasser aufgelöst gegeben werden, um Gifte im Magen-Darm-Trakt zu binden (Dosierung immer vorab mit dem Tierarzt klären!).
Simeticon / Dimeticon: Gegen akute Aufgasungen, die oft als Begleitsymptom von Vergiftungen auftreten.
4.2. Die drei größten Mythen bei Meerschweinchen-Vergiftungen
Wenn Halter in Panik geraten, machen sie oft Fehler.
Mythos 1: „Einfach Erbrechen herbeiführen.“
- Meerschweinchen besitzen einen Magen mit einem sehr schwachen Muskelventil. Sie können sich rein biologisch nicht erbrechen. Versuche, dies zu erzwingen, führen zum Tod.
Mythos 2: „Milch hilft gegen Gift.“
- Milch bewirkt das Gegenteil. Das Fett in der Milch sorgt oft dafür, dass fettlösliche Gifte noch schneller im Darm aufgenommen werden. Zudem vertragen Meerschweinchen keine Laktose.
Mythos 3: „Meerschweinchen wissen instinktiv, was giftig ist.“
- Das gilt nur bedingt für Wildtiere. Unsere Haustiere haben diesen Instinkt weitgehend verloren. Besonders junge oder neugierige Tiere knabbern alles an.
5. Gefahr im Heu
5.1. So erkennst du Jakobskreuzkraut im Heu
Wenn das Kraut getrocknet und gepresst ist, verliert es seine auffällige gelbe Farbe. Achte beim Aufschütteln des Heus gezielt auf diese drei Merkmale:
- Die Blütenköpfe: Getrocknete Blüten von Jakobskreuzkraut behalten oft eine schmutzig-gelbe oder bräunliche Farbe. Sie sehen aus wie winzige, vertrocknete Gänseblümchen oder Astern.
- Die Stängel: Sie sind auffällig dick, kantig, oft rötlich-lila verfärbt und im Vergleich zu normalen Grashalmen sehr starr und holzig.
- Die Blätter: Die Blätter sind stark zerzaust und tief gefiedert (sie erinnern im getrockneten Zustand fast ein bisschen an krause Petersilie oder verknitterten Löwenzahn).
5.2. Tipps für den sicheren Heukauf

Weil man im dicht gepressten Heuballen unmöglich jeden Halm kontrollieren kann, schützt du deine Tiere am besten über die richtige Auswahl beim Kauf:
- Schnittzeitpunkt hinterfragen: Jakobskreuzkraut blüht ab Juni/Juli. Heu vom 1. Schnitt (Mai/Anfang Juni) ist wesentlich sicherer, da die Pflanze zu diesem Zeitpunkt meist noch eine kleine, bodennahe Blattrosette ohne hohe Stängel und Blüten ist.
- Auf zertifizierte Hersteller setzen: Große Marken für Kleintierfutter oder spezialisierte Heu-Onlineshops (z. B. Onlineshops für Pferdeheu) werben oft explizit damit, dass ihre Wiesen regelmäßig kontrolliert und frei von Jakobskreuzkraut gehalten werden.
- Kein Heu von Straßenrändern: Kaufe niemals billiges Heu von unklaren Quellen, die an Weg- oder Straßenrändern mähen. Dort breitet sich das Jakobskreuzkraut mangels Pflege besonders schnell aus.
5.3. Was tun, wenn du etwas Verdächtiges findest?
Wenn du beim Füttern holzige, gelb-braun blühende Pflanzenteile entdeckst, wirf diese großzügig weg. Du musst nicht panisch den ganzen Ballen entsorgen, aber es lohnt sich, das Heu aus dieser Charge vor dem Verfüttern immer kurz mit den Händen aufzuschütteln und grob durchzusehen.
In eigener Sache
Bei manchen der hier vorgestellten Giftkräutern gibt es unterschiedliche Meinungen wegen der Giftigkeit. Ich habe mich im Ernstfall für die giftigere Rubrik und Bezeichnung entschieden.
Da meine Meerschweinchen etwas fotoscheu sind, habe ich Originalfotos als Grundlage genommen und mit Hilfe der KI Fotos erstellt.
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Autor
- Marion ist Multimedia-Fachfrau. Sie unterhält zwei Blogs mit unterschiedlichen Schwerpunkten, da sich Wut und Kreativität nicht vertrugen. Gemeinsam mit Michael Klüter besucht und fotografiert sie leidenschaftlich Lost Places. Ihre Kreativität beschränkt sich nicht nur auf die Malerei, sie bastelt auch gerne. Ihre zweite Leidenschaft ist der Garten. Dort kann sie sich mit Hund und Verlobtem neben der Arbeit austoben.
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Bunter Eisenhut (Aconitum) gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse. Die Gattung umfasst ausdauernde, krautige Pflanzen, die in Mitteleuropa heimisch sind. In der NaturaDB sind aktuell 10 Eisenhut-Arten erfasst. 

Bei uns wächst er nur sehr selten wild in staudenreichen Auenwäldern und -gebüschen, vor allem aber in den subalpinen Hochlagen in Schluchtwäldern, feuchten Laubmischwäldern und Hochstaudengebüschen der Alpen und Voralpen.







Der Großblütige Fingerhut ist ein naher Verwandter des besser bekannten Roten Fingerhutes, in der freien Natur allerdings nicht ganz so häufig anzutreffen; das Mitglied aus der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) wächst jedoch an ähnlichen Stellen: auf Waldlichtungen und an Waldrändern, auf sonnenbeschienen felsigen Hängen, im Gebirge in den grasreichen Staudenfluren Südeuropas und Asiens. In den Alpen steigt er bis in Höhe von über 2000 Metern. 














Die Garten-Lupine ist eine in Nordamerika beheimatete Staude, die auf Bergwiesen, Säumen und in lichten Wäldern gedeiht. Bereits im 19. Jahrhundert hielt die auch als Garten-Lupine bezeichnete Nordamerikanerin Einzug in unsere Gärten.

Die Schmalblättrige Lupine ist eine Pflanzenart der Gattung Lupinen (Lupinus) innerhalb der Familie Hülsenfrüchtler (Fabaceae). 







































































































